88Geschichte der Griechen,rung, sie wurden endlich durch den Verrath zweierangesehenen Einwohner von den Persern überwältigt;die Stadt ward geplündert, die Wohnungen und dieTempel verbrannt, um nach des großen Königs Befehlden Brand von Sardis zu rächen, und die Bewohnerin Ketten nach Persien gesandt.Die Insel Euböa ist von dem festen Lande vonAttica durch eine schmale Meerenge getrennt; die Per-ser, die nun die Eroberung von Attica als unfehlbaransahen, schikten von der Insel Euböa ihr Gefolgeund den Troß der Armee nach Asien zurük; der grö-ßere Theil ihres Heeres wurde als Besazung auf dieeroberten Inseln verlegt, und hunderttausend Mannausgewähltes Fußvolk nebst einer verhältnißmäsigenAnzahl Reiterey sezte von Euböa nach der Küste vonAttica über, und landete in einer Entfernung vonbeiläufig 12 Stunden von Athen, zu Marathon. Hierauf einer Ebene, die für die Bewegungen der Reite-rey günstig war, schlugen sie ihr Lager. Hippias, dervertriebene Tyrann von Athen war des Landes kun-dig, er gab den Persern den Rath, hier zu landen.Die Athener hatten auf die Nachricht von derRüstung der Perser ihr Heer ebenfalls in den Standgesezt, aus jedem der zehn Stämme ward ein Feld-herr gewählt, sie hatten gleiche Macht, und der Ober-befehl wechselte unter ihnen so, daß alle Tage einermit der obersten Leitung des Krieges beauftragt war.Unter diesen Anführern war Miltiades, ein Mann,berühmt durch frühere Waffenthaten; derselbe, der,wie wir bereits erzählt haben, in dem Kriege desDarius gegen die Scythen den Joniern gerathen hat-te, die Brücke der Perser über die Donau abzubre-chen und ihren Rükzug zu verhindern. Die Athenerhatten keine Hoffnung, von ihren nördlichen Nachbarn,den
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