81Zehnter Abschnitt.der Perser zu erleichtern, aber sie waren bereits be-endigt, als der zweite Feldzug gegen Griechenland un-ternommen wurde. Mardonius schilderte die Gefah-ren seines verunglükten Zuges und die Wuth der Ele-mente mit so lebhaften Farben, daß er zwar der Stra-fe entgieng, aber doch den Oberbefehl über das Heerverlor. Neue Rüstungen wurden gemacht, und einneues Heer von fünfmalhunderttausend Mann, dieBlüthe des persischen Volkes, unter zwey Feldherren,Datis, einem Meder, und Artaphernes, dem Sohndes Statthalters von Sardis und Neffen des großenKönigs, gegen Griechenland in Bewegung gesezt. Zu-gleich erhielten die am Meere gelegenen Provinzendes Reiches, Aegypten, Phönizien und die Küstenlän-der am schwarzen und ägeischen Meere den Befehl,ihre Seemacht herzustellen. In demselben Jahre, inwelchem die Zurüstungen begonnen hatten, war eineFlotte von sechshundert Schiffen bereit, in die Seezu gehen. Der große König hatte befohlen, die Athe-ner und Eretrier, welche den Aufstand der Jonier un-terstüzt, und zu dem Zuge gegen Sardis Hülfsvölkergesandt hatten, gefangen und in Ketten nach Persienzu führen, ihr Gebiet zu verheeren, und ihre Tempelund Wohnungen zu zerstören. Die Behandlung derübrigen Griechen, die den Stolz der Perser nicht ge-reizt hatten, wurde der Einsicht der Befehlshaber über-lassen.Die Flotte steuerte auf die cykladischen Inselnzu, um von da nach dem festen Lande von Atticazu segeln. Diese Inseln wurden ohne Widerstand ero-bert, und reichten den persischen Befehlshabern zumZeichen der Unterwerfung Erde und Waſſer dar. DieInsel Euböa ward nun angegriffen; die Eretrier ver-theidigten ihre Stadt sechs Tage lang gegen die Ue-bermacht der Perser mit dem Feuer höchster Begeiste-rung,
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