Neunter Abschnitt.83schlagen (eine zu damaliger Zeit gewöhnliche Strafefür große Verbrecher) und sandte seinen Kopf nachSusa. Darius mißbilligte dieses Verfahren, denn erwar eingedenk der Rettung, die er dem Histiaeus imKriege gegen die Scythen verdankte; er beweinte ihnmit freundschaftlicher Theilnahme, und ließ ihn ehrenvoll begraben.Die Verhältnisse der Griechen in Asien warendurch die Uebermacht der Perser zu Lande hoffnungs-los geworden. Sie versammelten sich in dem Tempelzu Panionium, am Vorgebirge Mykale, und beschlos-sen, den Persern kein Heer zu Lande entgegen zu stel-len, da sie gegen die große Macht derselben keinenErfolg erwarten durften. Dagegen vertrauten sie ih-rer Geschiklichkeit im Lenken der Schiffe, und da siedurch ihre Flotte die Stadt Milet zu vertheidigenhofften, so versammelten sie alle ihre Schiffe, überdreihundert und fünfzig, bey der kleinen Insel Lada,Milet gegenüber. Die Perser kannten die Gewandt-heit der Griechen zur See; ihre Flotte bestand zwaraus ſechshundert Schiffen, aber ſie wagten es nicht,die Griechen anzugreifen. Sie erkauften nun die An-führer der verschiedenen Abtheilungen der griechischenFlotte, und am Tage der Schlacht segelten die Sa-mier und ein Theil der Schiffe von Lesbos aus derLinie, und überließen die übrigen ihrem Schiksal. Sievertheidigten sich lange gegen die Uebermacht der Per-ser, aber sie unterlagen endlich und wurden gänzlichzerstreut.Bald nach dieser Schlacht wurde Milet erobert.Die Bürger wurden größtentheils ermordet, und nurein kleiner Ueberrest mit den Frauen und Kindern indie Sklaverey geführt. Gleiches Schicksal hatten dieübrigen griechischen Städte auf den Küsten von Asien;F 2
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