Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Griechen,84sie wurden nebst den zunächst gelegenen Inseln denPersern unterwürfig. Viele, die das Joch der Bar-baren nicht zu ertragen gesonnen waren, flohen nachGriechenland, oder segelten nach Italien und Sizilien.In diesen Ländern wurden sie von ihren Landsleutenfreundschaftlich empfangen, und gründeten an verschie-denen Orten neue Niederlassungen.Ungeachtet dieser kurz nach einander folgendenUnfälle, durch die in einem Zeitraume von nicht mehrals siebenzig Jahren die reichen Kolonien der Griechenauf der Küste von Kleinasien dreimal verheert, ihreStädte zerstört und verbrannt, ihre Bewohner in demKriege gefallen, in die Sklaverey geführt oder ausge-wandert waren, erholte sich dieses reizende Land unterder Herrschaft der Perser bald wieder. Die Jonierwurden ein Gegenstand der Vorsorge des Darius;es wurden Anstalten getroffen, die Städte wieder zuerbauen, die neuen Einwohner erhielten Sicherheit fürihre Personen und für ihr Eigenthum, die öffentlicheRuhe wurde hergestellt, die Fruchtbarkeit des Bodensbegünstigte die Bevölkerung, der Handel, dessen Vor-theile die kriegerische Nation der Perser nicht zu be-nuzen verstand, blühte auf durch den Fleis der in ihrealten Wohnstätten zurükgekehrten Griechen, die Tem-pel erhoben sich mit neuem Schmuk aus ihrer Asche,und nach wenigen Jahren waren alle Spuren der Ver-heerung gänzlich aus diesem glücklichen Lande ver-schwunden; nur der Haß des großen Königs gegen dieAthener wegen dem Beistand, den sie den Joniern ge-leistet hatten, war unauslöschlich, der Brand von Sar-dis, der eine Folge dieses Beistandes war, mußte demDarius täglich in Erinnerung gebracht werden; Hippias,der seit seiner Flucht aus Griechenland am Hofe des gro-ßen Königs lebte, sezte alle Mittel in Bewegung, zurverlornen Herrschaft zu gelangen, und der Krieg gegenAthen wurde (J. v. C. 490) beschlossen.