Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Griechen,32rien, im Bündniß mit Persien, hatten ihre Küstenwieder erobert, und bald waren alle griechischen Nie-derlassungen durch Feuer und Schwert verheert, dieEingebohrnen ermordet oder in die Gefangenschaft ge-führt, und den Flüchtigen keine Rettung übrig, alsauf der Flotte oder hinter den Mauern von Milet.Aristagoras, der in diesem Zeitpunkt den durch ihnveranlaßten Aufstand aus allen Kräften hätte unter-stüzen sollen, floh, nur für seine Sicherheit sorgend,aus einem Lande, das er allen Drangsalen des Krie-ges preis gegeben hatte, mit seinen zahlreichen Anhän-gern nach Thrazien; hier wurde er von den durch seineGrausamkeit aufgebrachten Einwohnern ermordet.Histiäus, der bis jezt in Susa an dem Hofe desDarius als dessen Freund und Rathgeber (so nannteihn nach Herodots Zeugniß der König) gelebt hatte,erhielt den Auftrag, den Muth und die Thätigkeit despersischen Feldherrn bey der Belagerung von Miletzu leiten. Dieser arglistige Mann hatte aber die Ab-sicht, für sich selbst zu arbeiten, und sich an der Spitzeder Empörer die verlorne Herrschaft über Jonien wie-der zu verschaffen; er fand in Sardis Theilnehmer aneiner Verschwörung gegen Artaphernes, die Wachsamkeit dieses Statthalters entdekte jedoch den Plan; dieVerschwornen wurden ergriffen und hingerichtet; Hi-stiaeus entfloh nach Jonien, wo er von seinen Freun-den mit offenen Armen empfangen zu werden hoffte.Aber die Milesier, eingedenk der Grausamkeiten, diesie zu der Zeit von ihm erdulden mußten, als er dieOberherrschaft über ihre Stadt besaß, verschlossen ihmdie Thore. Auf ähnliche Weise ward er von Chioszurükgeschikt. Endlich erhielt er von den Lesbiern ei-nige Schiffe; er bekriegte damit die Perser auf demschwarzen Meere; hier ward er gefangen und nachSardis gebracht. Artaphernes lies ihn an das Kreuzschla-