Neunter Abschnitt.81Plündern beschäftigten, gerieth die Stadt in Brand.Da die meisten Gebäude mit Rohr gedekt waren, ver-breitete sich das Feuer mit solcher Schnelligkeit, daßin kurzer Zeit alle Wohnungen in Asche lagen. DieEinwohner, die sich auf die freien Pläze geflüchtethatten, bemerkten nun, daß ihre Anzahl den Feindenweit überlegen war; sie griffen vereint mit den indie Festung gezogenen Persern die Griechen an, undtrieben sie nach einem lebhaften Kampf aus den Rui-nen der Stadt. Die Bewohner des Landes zogenaus allen Gegenden zum Beistand von Sardis zusam-men; die Griechen konnten dieser Macht keinen Wider-stand leisten, sie zogen mit beträchtlichem Verlust anBeute und Mannschaft nach Ephesus zurük. Die Jo-nier hatten den Ueberfall von Sardis nicht kräftig un-terstüzt, und da dieser Krieg blos zum Vortheil derasiatischen Griechen unternommen war, so erklärten ih-nen die Athener, daß sie ferner keine Hülfe von ihnenzu erwarten hätten, und wirklich kehrten sie nach Hausezurük.Der König von Persien war über die StadtAthen wegen dem Ueberfall von Sardis sehr aufge-bracht, und beschloß den Krieg gegen die Griechen inEuropa. Er übertrug seinem Bruder Artaphernesdie Unterdrückung des Aufstandes in Asien; die Jo-nier, durch den Verlust auf dem Rükzuge von Sar-dis geschwächt, und von ihren Bundesgenossen verlas-sen, sezten dennoch den Krieg zur See fort. Sieeroberten Byzanz und alle benachbarten Städte amHellespont; der ansehnlichste Theil der Küste von Ka-rien fiel in ihre Gewalt, und sie schlugen die Flotteder Phönizier bey der Insel Cypern. Dagegen hattendie Perser ihr Heer in drey Abtheilungen gegen dieverschiedenen Besizungen der Dorischen, Aeolischen undJoniſchen Stämme geführt; die Bewohner von Ka-rien,
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