Neunter Abschnitt.79griechischen Pflanzstädte gegen die Perser zu finden.Er war mit dem Nachdenken über die Mittel undden Plan des Aufstandes beschäftigt, als er von Hi-stiaeus den unerwarteten Auftrag erhielt, die JonischenStädte gegen Persien zu empören. Aristagoras be-folgte diesen mit seinem Vorhaben übereinstimmendenAuftrag mit Eifer; er sezte die Stadt Milet, die erbis jezt im Namen des Histiaeus regierte, in ihre vo-rigen Freiheiten ein; er durchreiste ganz Jonien, undvermochte durch sein Beyspiel, vielleicht auch durchDrohungen alle Statthalter zur Theilnahme. Dieasiatischen Griechen, die nach dem großen Verlust, dendie persische Macht in Scythien erlitten hatte, jeztohne große Gefahr ihre Freiheit wieder zu erlangenhofften, strömten freudig der Fahne der Empörungzu, die in Milet durch Aristagoras aufgestekt wordenwar.Die Ausführung dieses Planes forderte indessenmächtigere Hülfsquellen als die Begeisterung der asia-tischen Griechen. Sie hatten die Mitwirkung ihrereuropäischen Brüder nöthig, und Aristagoras reiste nachSparta ab, das noch jezt für den mächtigsten Staatvon Griechenland gehalten wurde. Er trug dem Kö-nig Kleomenes die Lage der asiatischen Griechen por,aber er beschränkte sich nicht auf das dringende Be-dürfniß seines Vaterlandes, sondern er glaubte, dieHerrschsucht oder den Stolz der Sparter durch dieBehauptung zu reizen, daß es einem so tapfern Volkeleicht seyn würde, selbst Susa, die Hauptstadt von Per-sien und der Wohnsiz des großen Königs, zu erobern,und jenen Geseze vorzuschreiben, die es wagten, sichdie Herren der Welt zu nennen. Kleomenes fragteden Aristagoras mit scheinbarer Unbefangenheit, wiegroß die Entfernung zwischen den Jonischen Küstenund der Hauptstadt von Persien sey; Aristagoras ant-wor-
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