Geschichte der Griechen,78der Donau eingelaufen, wo sie sich mit der Landmachtdes Darius vereinigte. Das Heer sezte nun auf ei-ner Schiffbrüke über diesen Strom, und drang ohneWiderſtand in die ungeheuern Steppen Scythiens;hier war dasselbe fünf Monate lang dem Hunger undden Pfeilen der Scythen ausgesezt, die nirgends Standhielten, rastlos in dem Rüken und an den Seiten dieZufuhren abschnitten, und den besten Theil des persi-schen Heeres vernichteten. Schon waren die Seythenmit den Joniern in Unterhandlung getreten, die zurBewachung der Schiffbrüke zurükgeblieben waren; dieseBrüke sollte vernichtet, und dadurch dem Darius jedeHoffnung zum Rükzug abgeschnitten werden. Schonwaren die Griechen, auf den Rath des Atheners Mittiades geneigt, den Vorschlag der Scythen auszufüh-ren, als Histiaeus der Tyrann von Milet sich wider-sezte, und dadurch den König nebst den Ueberbleibselnseines Heeres rettete. Dieses Heer war jedoch nochstark genug, nach seinem Rükzug über die DonauThracien und Mazedonien zu erobern, wo die Perserihre Herrschaft befestigten, bis sie nach der Schlachtbey Plataea ihre Eroberungen auf dem festen Landevon Europa wieder verloren.Histiaeus hatte sich um den König Darius undum ganz Persien durch die Rettung des Monarchenund des Heeres große Verdienste erworben. DerKönig nahm ihn mit sich nach Sardis, und dann anseinen Hof nach Susa, wo er Freund, Rathgeber undLiebling des Königs ward. Sein Neffe Aristagoraserhielt die Statthalterschaft von Milet. Um diese Zeitwar Artaphernes, der Bruder des Darius, Statthal-ter (Satrape) zu Sardis. Aristagoras hatte sich dasMißfallen des Artaphernes zugezogen, und war fürsein Leben besorgt. Das einzige Mittel zu seiner Ret-tung glaubte er in einem allgemeinen Aufstand dergrie-
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