Geschichte der Griechen,66schaften und ähnliche Ereignisse so verändert wurden,daß eine Familie mehrere Loose erhielt, oder mehrereSöhne eines Hauses sich mit einem Loose begnügenmußten. Solon hatte Lykurgs Verfassung wohl ge-prüft, und eingesehen, daß es hinreiche, den Mißbrauchdes Reichthums zu entkräften, ohne den Gebrauch des-selben zu vernichten. Er entzog den Reichen die bis-her bestandene Gewalt, ihre Schuldner und derselbenWeiber und Kinder als Sklaven zu verkaufen, ein gro-ßer Theil der Forderungen, wahrscheinlich jene, die ausden rükständigen Zinsen entstanden waren, wurde gänz-lich vernichtet. So schwer auch den reichen Familiendieses Opfer fallen mogte, so waren sie doch dadurchin ihrem vorhin schwankenden, und durch die immer-währende Unruhe des unterdrükten Volkes unsichernBesizstande beruhigt, und die armen Bürger sahen sichauf einmal von der Gefahr befreit, ihre und ihrer Fa-milien persönliche Freiheit zu verlieren. Er eröffneteden Armen mancherley Nahrungsquellen; jeder Vatermußte seinem Sohn ein Handwerk lernen lassen. Werdieses nicht that, hatte keinen Anspruch auf die Unter-stützung seiner Kinder im kraftlosen Alter.Der ganze Umfang von Solons Gesezen ist nichtgenau bekannt, und wir beschränken uns blos auf dieVerfassung des Staates, die von ihm auf folgendeArt eingerichtet wurde: Die Gesezgebung oder dasRecht, die vorgeschlagenen Geseze anzunehmen oder zuverwerfen, war allein bey der Versammlung des Vol-kes; um in dieser Versammlung eine Stimme zu ge-ben, mußte man in Attika als freier Mann ansäßig,von bürgerlichen Eltern geboren seyn, und ein Altervon dreisig Jahren erreicht haben. Fremde, die inAttika wegen dem Handel oder andern Geschäften an-wesend waren, selbst Ansäsige, die nicht von athenischenBürgern abstammten, hatten kein Stimmrecht, eben sowenig die Sklaven. In diesen Versammlungen wurdeauch
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