Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
65
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M

Siebenter Abschnitt.65als Fürsten. Sie werden die sieben Weisen genannt,aber die Schriftsteller sind weder in ihren Namen, we-der in der Zahl einig. Ihre Namen sind: Thales ausMilet, Pittacus aus Mitylene, Bias aus Priene, Pe-riander aus Corinth, Kleobulus aus Lindus, Mysonaus Chenae, Chilon aus Lacädemon, und endlich So-lon aus Athen. Die alten Schriftsteller behaupten,daß diese Männer öfters an einem Orte zusammen-gekommen, sich ihre Einsichten mitgetheilt, und überdie Angelegenheiten der Menschheit sich unterredet hät-ten. Ohne zu untersuchen, warum diese Männer mitdem ausgezeichneten Namen der Weisen beehrt wur-den, mag es uns genügen, ihrer blos erwähnt zu ha-ben. Solon hatte seinem großen Geist und der hohenBildung zum Wohlthäter und Gesezgeber seines Va-terlandes, die er sich durch rastlose Untersuchung derNeigungen seiner Mitbürger erwarb, den Namen desWeisesten unter den Griechen zu danken, den ihm dasOrakel zu Delphi gab.In allen Staaten Griechenlands war die gemei-ne Klasse der Bürger durch den Reichthum und dasAnsehen einiger Familien unterdrükt. Dies war über-all die Quelle innerlicher Unruhen, die durch auswär-tige Kriege, durch Versendung von Kolonien, oderdurch andere Vorkehrungen der Regierung niemal gänz-lich gedämpft, sondern nur auf kurze Zeit gestillt wer-den konnten, weil der Grund des Uebels in der Ver-fassung selbst lag. Lykurg hatte dieses eingesehen, unddarum seine Landsleute beredet, den Unterschied zwi-schen Reichthum und Armuth durch eine gleiche Ver-theilung des Grundeigenthums aufzuheben! Diese Maas-regel konnte jedoch nur so lange bestehen, als die neun-unddreisigtausend Loose, worein das ganze Gebiet vonLaconien vertheilt war, von eben so vielen Bürgernbesessen, und nicht durch Aussterben der Familien, Erb-ſchaften