Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
64
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Geschichte der Griechen,64schäften entzogen zu haben; Athen ward jedoch balddurch neue Unruhen zerrüttet; man verbreitete Sagenvon Erscheinungen, die den Zorn der Götter wegender in Cylons Aufstande am Fuße der Altäre stattge-habten Ermordungen verkündeten und anstekende Krank-heiten wütheten unter dem Volke. Es wurde eine Ge-sandtschaft nach Kreta geschikt, und Epimenides, derwegen seiner Kenntnisse in religiösen Gegenständen be-rühmt war, eingeladen, um in dieser angstvollen Zeit dieLeitung des Gottesdienstes zu übernehmen, und denZorn der Götter zu verſöhnen. (Der Name des Epi-menides ist in unseren Zeiten durch ein geistvolles dra-matisches Gedicht unsers berühmtesten Dichters erneuert.)Dieser Fremdling ordnete verschiedene Feierlichkei-ten und Opfer an, aber er beredete sich in Geheim mitseinem Freunde Solon über die bürgerliche Verfassungdes Staates. Kaum war Epimenides nach Kreta zu-rükgekehrt, als die verschiedenen Partheien, die bisherden Staat zerrüttet hatten, ihre alten Umtriebe began-nen. Diese gefährlichen Zwistigkeiten waren im Begrifin offenbare Gewaltthat auszubrechen, und schon ver-zweifelten die besten Bürger an der Möglichkeit, dieRuhe auf einem andern Wege, als durch die Einfüh-rung der königlichen Würde herzustellen, als Solon,dessen Charakter erprobt in mehreren Vorfällen,besonders aber in dem heiligen Kriege, dessen wir be-reits erwähnt haben, zum Archon gewählt, und ihmder Auftrag gegeben wurde, die Geseze und die Ver-fassung seiner Vaterstadt zu verbessern.Die Geschichte nennt die Namen einiger Männerdes damaligen oder des früheren Zeitalters, welche dieKunst, Staaten zu ordnen, zuerst in eine Reihe kurzerSprüche brachten. Sie selbst waren zum Theil ander Spitze ihrer Landsleute als Rathgeber, einige selbstals