Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
63
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Siebenter Abschnitt.63nerva, gelokt, und selbst an den Altären der unterir-dischen Götter erschlagen wurden, Empörung und Ab-fall der Insel Salamis von der Herrschaft Athens,fruchtlose Versuche sie wiederzuerobern, und endlich einGesez, das die Todesstrafe gegen denjenigen aussprach,der von der Wiedereroberung dieser Insel sprechenwürde, waren schnell aufeinander folgende Begebenhei-ten, die von dem traurigen Zustand des Staates vonAthen Zeugniß geben.Unter diesen Verhältnissen zog Solon, ein jungerMann aus einer ehrwürdigen Familie in Attica, zuerstdie Aufmerksamkeit seiner Mitbürger auf sich. Er hattedurch Handelsgeschäfte sein Vermögen so weit vergrö-ßert, daß er unabhängig von den Sorgen der Nahrungsich ganz den Wissenschaften widmen konnte; er sahbekümmert auf den Verfall seines Vaterlandes, undsann auf Mittel zur Hülfe. Das Gesez wegen derInſel Salamis war ein offenbarer Grund des Miß-vergnügens, denn Athen zog aus dieser Insel einen gro-ßen Theil seiner Nahrungsmittel; allein Niemand wagtees, einen Vorschlag zur Widerrufung zu machen. So-lon ließ durch seine Freunde das Gerücht verbreiten,er sey wahnsinnig geworden; er gieng einige Zeit nichtaus dem Hause, und verfaßte ein Gedicht, worin erdie Athener zur Wiedereroberung der Insel Salamisermunterte. Während einer Versammlung des Volkesbestieg er den Stein, auf dem gewöhnlich die Bekannt-machungen ausgerufen wurden, und trug sein Gedichtmit Kraft vor. Seine zu diesem Auftritt vorbereite-ten Freunde riefen ihm Beyfall zu, das Volk beschloßein Heer gegen Salamis zu senden, und die Inselward mit unbedeutendem Verlust wieder erobert.Solon scheint nach diesem Kriege, der, wie manallgemein glaubt, durch seine unmittelbare Leitung baldund glüklich geendigt ward, sich den öffentlichen Ge-schäf-