Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
49
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in L

49Fünfter Abschnitt.Hier müssen wir auch die Kühnheit zweier Jüng-linge aus Andania erwähnen; ihre Namen sind Pa-normus und Gonippus. Als nämlich die Sparter inihrem Lager das Fest des Castor und Pollux feierten,erschienen auf schnaubenden Rossen in weiße Gewändergekleidet, und mit dem Purpurmantel geschmückt diebeiden Jünglinge. Die Sparter glaubten, ihre Lieb-lingsgötter seyen in menschlicher Gestalt erschienen, uman dem zu ihrer Ehre gefeierten Feste persönlich Theilzu nehmen; sie näherten sich unbewaffnet und mit Ehr-furcht den beiden Jünglingen; aber diese griffen siemit unwiderstehlicher Wuth an, stachen sie mit ihrenSpeeren nieder, oder ritten sie zu Boden, und ver-ließen unbeschädigt das Lager, ehe die Sparter sichvon ihrer Bestürzung erholen konnten.Die Siege des Aristomenes in mehreren kleinernGefechten, besonders aber seine Kühnheit machte ihnden Spartern so furchtbar, daß sie das Orakel vonDelphi über den Ausgang des Krieges befragten. Sieerhielten zur Antwort, sich einen Anführer von denAthenern zu erbitten. So niederschlagend auch dieserAusspruch des Orakels für den stolzen Geist derSparter war, die sich für die ersten Krieger, und ih-re Könige für die vollendetsten Feldherrn hielten, sowar doch das Ansehen des Orakels viel zu wichtig unddessen Ausspruch zu bestimmt, als daß man es wagendurfte, eine andere Maasregel zu ergreifen. Es wardeine Bothschaft nach Athen gesandt.Die Athener, die höchst wahrscheinlich die Absich-ten der Sparter auf die Wiedereroberung von Mes-sene ungern beförderten, geriethen über den Ausspruchdes Orakels in gleiche Verlegenheit. Sie sandtenendlich den Tyrtaeus nach Sparta, einen Mann, derzwar wie jeder Bürger von Athen bekannt mit demKrie-