Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
46
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Geschichte der Griechen,46wahrscheinlich durch die Liebe des Vaters bestochen,erklärten, die Prinzessin sey nicht die rechte Tochterdes Lyciscus, sondern ein angenommenes Kind. Nunbot Aristodemus, ebenfalls vom königlichem Stammeder Herakliden, seine Tochter zum Opfer an. Aberein Jüngling widersezte sich, und gab vor, er habemit der Jungfrau in heimlicher Ehe gelebt. Aristode-mus, wüthend über diesen Vorwurf, ermordete seineTochter. Die Priester forderten zwar ein neues Opfer,da der Tod der Tochter des Aristodemus nicht mit den ge-hörigen Feyerlichkeiten erfolgt sey, allein der KönigEuphaes entschied, der Ausspruch des Orakels sey be-folgt, und eine Jungfrau aus königlichem Stamm ge-tödtet. Hierdurch wurden die Besorgnisse gestillt, unddie schwache Hoffnung des Volks belebt. Die Haupt-stadt ward mehrere Jahre hindurch mit den höchstenAnstrengungen der Tapferkeit vertheidigt.Die Messener erhielten nun Beystand von Argosund Arkadien, die in dem Schiksal von Messene viel-leicht ihr eigenes vorher sahen oder fürchten mochten,und die Sparter verloren zwey Teffen; aber der ta-pfere Euphaes fiel in einem derselben, durch über-eilte Hize zu ungleichem Kampf verleitet. An seineStelle ward Aristodemus gewählt, der durch seine Ta-pferkeit die Wahl des Volkes rechtfertigte. Noch fünfJahre vereitelte er die Hoffnungen der Sparter; erschlug sie in mehreren Gefechten, und besiegte ihr durchdie Korinther verstärktes Heer in einer Schlacht unterden Mauern von Ithome.Die Sparter nahmen nun ihre Zuflucht zu demOrakel von Delphi, und als ihnen der Fall von Itho-me verkündet war, zogen sie mit erneuerter Hoffnunggegen die Messener. Der Muth dieses Volkes sankendlich, nachdem sie ihre tapfersten Anführer in eini-gen