Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
43
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43Fünfter Abschnitt.Die Lacedämonier verlangten jezt von den Messe-nern die Auslieferung des wahnsinnigen Polychares.Es herrschten damals in Messene zwey Könige, Antio-chus und Androcles. Sie waren verschiedener Mei-nung, doch behielt nach lebhaftem Streit, in welchemAndrocles getödtet ward, Antiochus Vorschlag, daßman den Polychares nicht der Rache der Sparterüberlassen sollte, das Uebergewicht. Die spartischenGesandten wurden mit dieser Entscheidung abgefertigt,aber Antiochus erbot sich, den Streit dem Aussprucheder Amphiktyonen zu unterwerfen. Dieser Vorschlag,dessen Billigkeit die Sparter einsehen mußten, wennnicht Eroberung die Triebfeder ihres Verfahrens war,blieb ohne Antwort. Sparta rüstete sich zum Kriege,und verband seine Bürger, nicht zurükzukehren, bis sieMessene erobert hätten. Ohne Kriegserklärung fielensie nun, angeführt von ihrem König Alkamenes, dasGebiet von Messene an; in der Mitternachtsstundedrangen sie in die kleine unbewachte Gränzstadt Am-pheia, ermordeten die Bürger in ihren Häusern, undin den Tempeln, wohin die überraschten Bewohner ge-flohen waren, und nur wenige entkamen nach Andania,der Hauptstadt von Messene, wo sie Schrecken undBestürzung über den unerwarteten, und gegen das Völ-kerrecht geschehenen Angriff verbreiteten.Der König Antiochus war kürzlich gestorben, undsein Sohn Euphaes besas nun den Thron von Messe-ne; ein hochherziger Fürst, der im Vertrauen auf dieGerechtigkeit der Sache ſeines Vaterlandes die wirk-samsten Maasregeln zur Vertheidigung ergriff. Erversammelte seine Bürger und ermunterte sie, den Aus-gang des Krieges nicht nach dem unglücklichen Ereig-niß von Ampheia zu beurtheilen; er befahl, das ganzeflache Land den Anfällen des Feindes zu überlassen,dessen Kriegszucht und Tapferkeit man im offenen Felde