Vierter Abschnitt.37beschaffen, wie sie nach der Verfassung von Sparta seynkonnten. Wenn auch Lykurg, da er seine Bürger nur zu Krie-gern bildete, blos die Vertheidigung des Staates zur Absichthatte, so artete doch das Volk, im Gefühle seiner Kraftbald zu Eroberern aus; die Kriege mit der benachbartenProvinz Messene, die nicht lange nach Lykurgs Tode ent-standen, und mit der Unterjochung des schwächern Nach-barstaates endigten, waren das erste Beyspiel der Ungerech-tigkeit der Regierung von Sparta. Hier ward auch zuerstvon dieser Regierung die Bestechung angewandt, undin der That war diese verhaßte Maasregel dienächste Ursache des Untergangs der Messenier, die inzwey langwierigen blutigen Kriegen bewiesen hatten, daßihr Muth in Vertheidigung des Vaterlandes ihrer ge-rechten Sache würdig war.Unter dem äussern Schein von Geradheit undRechtlichkeit barg diese Regierung ihr unablässiges Stre-ben nach der Oberherrschaft in Griechenland, sie opferteunbedenklich diesem festen Ziele das Wohl der griechi-schen Kolonien in dem schändlichen Frieden, der von ih-rem Gesandten Antalcidas mit dem König von Persiengeschlossen wurde. In den frühern Kriegen mit Per-sien erkämpften zwar Leonidas bey Thermopyläeund Pausanias bey Platäa unsterblichen Ruhm,aber man wird in der Folge dieser Geschichte sehen, mitwelchem Widerstreben Eurybiades in der Schlacht beySalamis den Oberbefehl führte, und wie er durch dieKlugheit des Themistocles und durch die Standhaftig-keit des Aristides gewissermassen zu dem Sieg gezwungenwurde. Selbst als Griechenland durch den zweitenAnfall der Perser unter Mardonius an dem Randedes Verderbens schwebte, sandte die Regierung von La-cedämon, die beschlossen hatte, die Erdenge bey Ko-rinth gegen die Perser zu vertheidigen, und die ausserdem Peloponnes gelegenen Provinzen Griechenlandsden
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