Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
36
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Geschichte der Griechen,36sind, sondern sie zerrissen gewaltsam jene Bande, diedas wahre Glük der Menschheit gründen. Mitgefühlbey dem Leiden anderer Menschen mußte der Sparterals Verbrechen verabscheuen, der seine eigenen Kinder,durch die Geisselstreiche am Altare Dianens zerfleischt,zur Standhaftigkeit im Schmerz ermunterte; auch be-währte sich dieses durch die Behandlung ihrer Sklaven;schon lange vor Lykurgs Zeiten hatten sie die Gegendum Sparta unterjocht, und die Bewohner derselbenin den Zustand der härtesten Sklaverey versezt. Mannannte sie Heloten, wahrscheinlich von der Stadt He-los, der ersten, deren Bewohner dieses unglücklicheSchicksal traf.Diese mußten das Land bauen und alle Arbeitenverrichten, sie betrieben auch die mechanischen Künsteund Handwerke; ihre Weiber und Töchter webten und verfer-tigten die Kleidungen, denn den Sparterinnen waren alleArbeiten untersagt. Die Heloten wurden zur Beman-nung der Flotten und im Kriege gebraucht; in derSchlacht bey Platäa hatte jeder Sparter sieben Helo-ten bey sich. Oft geschah es, daß sie den Druck ihrerGebieter unerträglich fanden, und sich empörten; oftschien ihre Anzahl dem Staate gefährlich; man sandtedie rüstigsten Jünglinge mit Dolchen bewaffnet auf dasLand, die alle Heloten ermordeten, die ihnen in denWeg kamen. Diese grausame Art, sich der Sklaven zuentledigen, ward Krypteia genannt. Einmal ver-schwanden sogar über zweitausend, ohne daß man wuß-te, wie sie weggeschaft waren. Es bestand also inSparta neben dem höchsten Grade bürgerlicher Freyheitdie härteste Sklaverey. Selbst die freyen Einwohnervon Lakonien waren unterdrükt von der Stadt Sparta.Die Verhältnisse der Regierung von Lacedämonzu den übrigen Staaten von Griechenland waren sobe=