Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
33
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Vierter Abschnitt.33Die militärischen Einrichtungen der Lacedämonierwaren musterhaft; sie übertrafen hierin alle VölkerGriechenlands, und behaupteten diesen Ruhm durchmehrere Jahrhunderte. Der Jüngling, der von derersten Kindheit an mit seiner Bestimmung, das Vater-land zu vertheidigen, und in der Vertheidigung des-selben entweder zu siegen oder zu sterben, vertrautgeworden war, trat als Mann mit vollendeter Kraftin die Schlacht; Muth war die vorzüglichste Tugend,Feigheit das schändlichste Verbrechen, weil es das ge-fährlichste für das Wohl des Staates war.Die Waffen der Sparter waren: ein kurzes zwei-schneidiges und schweres Schwert, brauchbar zu Hiebund Stich, der Wurfspies, und die Lanze. Sie wa-ren vom Kopf bis zu den Füssen geharnischt, um ih-re Schultern hieng ein kurzer scharlachfarbener Man-tel. Sie trugen am linken Arm einen ehernen Schildvon eyrunder Form. Der Schild war mit dem An-fangsbuchstaben des Worts Lacedaͤmon bezeichnet; aus-serdem hatte jeder Krieger noch ein besonderes Zeichenauf seinen Schild geäzt, woran man denselben von je-dem andern unterschied. Wer seinen Schild aus derSchlacht nicht zurückbrachte, war ehrlos. So war dasschwere Fußvolk, die eigentliche Stärke des Heeres,bewaffnet. Die Sparter dienten ungern zu Pferd,und wenn ja ihre Reiterei manchmal Vortheile erfocht,so waren diese gewöhnlich durch ihre Bundesgenossen,selten durch sie selbst erkämpft. Man brauchte siemehr zur Auskundschaftung des Feindes als in derSchlacht. Auf ihren Kriegszügen wurden sie von demKönige angeführt, der immer von einer Schaar derauserlesensten Krieger umgeben war. Diese auserlese-ne Schaar bestand in 600 Männern, die man Ski-ritten nannte. Es war ein heiliges Gesetz, daß dieHeere vor dem Eintritt des Vollmondes nie aus Lace-dä-