Geschichte der Griechen,Knaben. Sie wurden abgehärtet und unempfindlichgegen körperlichen Schmerz, man geiselte sie jährlicham Altar der Diana, und der Knabe, der am stand-hafteſten unter den Geiſelſtreichen war, gieng als Sie-ger davon. Oft geschah es, daß Knaben unter diesergrausamen Züchtigung starben, ohne einen Seufzerauszuſtoßen.Im Jünglingsalter war die Zucht noch härterund die gymnastischen Uebungen beschwerlicher. AlleLeidenschaften, die in diesem Alter sich entwickeln, wur-den unterdrückt durch die bis zur höchsten Ermüdunggetriebenen Kampfspiele, bei denen tödtliche Wundennicht selten waren. Bis in das dreisigste Jahr dauer-te die Erziehung, dann wurden die jungen Männer zudem Kriegsdienste berufen, wenn der Staat im Kriegs-zustande war, oder sie heiratheten und traten in dieReihe der Bürger. Die Verpflichtung zum Kriegs-dienst dauerte bis zum sechzigsten Jahre.Auch die Töchter der Sparter wurden sehr strengerzogen. Sie wurden nicht in den gewöhnlichen Ar-beiten des weiblichen Geschlechts unterrichtet, die ih-nen sogar untersagt waren, sondern in den männli-chen Beschäftigungen des Wettlaufes, des Ringens,des Werfens nach dem Ziele; selbst der Gebrauch derWaffen war ihnen nicht fremd; die Geſchichte zeigt hie-von mehr als ein Beyſpiel. Vor dem zwanzigſtenJahre durften sie nicht heirathen. Eine solche Erzie-hung mußte nothwendig dem Zweck Lykurgs entspre-chende Geſinnungen hervorbringen. Die ſpartiſchenFrauen konnten sich rühmen, Männer zur Welt zubringen, und sie waren begeistert, wenn sie ihre Söh-ne im Kampfe fürs Vaterland verloren; nach ihrerUeberzeugung war hiedurch der höchste Zwek ihres Da-ſeyns erreicht..Die
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