Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
29
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29Vierter Abschnitt.Um jedoch die gemeinen Bürger für die Ausschlie-ßung von den Staatsämtern und dem unmittelbaren An-theil an der Regierung zu entschädigen, wurde einegleiche Vertheilung aller Grundstücke in Lakonien be-schlossen. Das ganze des Anbaues fähige Land wardin neun und dreisig tausend Theile abgetheilt, die inHinsicht des Ertrages gleich waren. Die Weiden fürdas Vieh waren gemeinschaftlich. Für die Könige wur-den Ländereien ausgeschieden, und der Ertrag dersel-ben zum Unterhalt ihrer Familien bestimmt. Da dergrößte Theil des Volkes arm war, und der Besiz derLändereien sich in den Händen der Reichen befand, sogewann durch diese Maasregel der Arme, und wurdenun auf einmal über alle Sorge für seine Erhaltungerhoben; jedes Loos war hinreichend, eine Familie aufdie frugale Art zu nähren, die Lykurg einführte. DieReichen erhielten für ihren Verlust an Gütern, Anse-hen und ausschließlichen Besiz der Würden des Staa-tes, indeß die Armen augenscheinlich in glücklichereVerhältnisse traten. Lykurg würde jedoch diese Ein-richtung schwerlich durchgesezt haben, wären nicht inSparta noch einige Spuren der in dem heroischenZeitalter Griechenlands gewöhnlichen Gemeinschaft desErtrages der Erndten übrig gewesen. Auch der Aus-spruch des delphischen Orakels, mochte einen entscheiden-den Einfluß auf den glücklichen Erfolg dieses Unter-nehmens haben.Die bloße Vertheilung der Grundstücke hätte aber,wahrscheinlich keinen dauerhaften Zweck erreicht, wennnicht von Lykurg zugleich die edeln Metalle, Gold undSilber, ausser den Gebrauch gesezt worden wären,Diese waren schon lange in Sparta die gewöhnlichenTauschmittel gewesen, aber nun traten an ihre StelleMünzen von Eisen, die im Feuer durchgeglüht, unddann in Essig abgelöscht waren, wodurch sie zu jedemandern Gebrauch untauglich wurden.Die