Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
30
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Geschichte der Griechen,30Die Wirkung dieser Einrichtung war vollkommender Erwartung des Gesetzgebers gemäs. Die Besizergroßer Schäze entsagten denselben willig; sie wurdenverwendet theils zu dem Schmuck der Tempel, theilswurden sie nach Delphi als Weihgeschenke gesandt.Mit diesen Metallen verschwanden aus Sparta Hab-sucht, Betrug, Raub und Ueppigkeit, aber auch zugleichalle die Künste, die zur Verschönerung des Lebens sichmit der Bearbeitung derselben beschäftigen. Der Ge-brauch der eisernen Münzen dauerte in Sparta auchda noch fort, als Griechenland schon lange durch Reich-thum und Ueppigkeit berühmt, sich seinem Verfall nä-herte; doch scheint es, die Regierung von Sparta ha-be, für das Bedürfniß der Bestechung Mittel in Be-reitschaft gehabt, wovon wir ein auffallendes Beyspielim zweiten messenischen Kriege anführen werden.Lykurgs Absicht war, aus Sparta einen kriegeri-schen Staat zu bilden, und denselben gegen fremdenAnfall zu sichern. Welchen Reiz konnte wohl ein Landfür einen Eroberer haben, wo Gold und Silber, Edel-steine und das übrige Geräthe des Reichthums nichtzu finden waren? Wie konnte man hoffen, einenStaat zu unterjochen, wo jeder Bürger zum Kriegeerzogen, keinen andern Zweck hatte, als durch Tapfer-keit persönliches Verdienst zu erwerben, und wo jederErwerb verächtlich war, nur nicht der der öffentlichenAchtung. Ackerbau und die nothwendigen mechanischenKünste (Handwerke) wurden blos von Sklaven getrie-ben, die Bürger waren beständig zur Unterhaltung,zu religiösen oder kriegerischen Zeitvertreiben versam-melt. Sie speisten in Gesellschaft nach der alten Sit- des heroischen Zeitalters, sie unterhielten sich mitder Jagd, übten sich in den Waffen, richteten ihrePferde ab, besuchten die öffentlichen Erziehungshäuser,und waren Zuschauer und Richter bey den Kampfspie-len,