Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
28
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Geschichte der Griechen,23heit desselben ein fast unbeschränktes Vertrauen sezte.Um jedoch zu verhüten, daß der Senat nicht das Ueber-gewicht über die Könige sich zueignete, und hierdurchsowohl die gesezgebende als vollziehende Gewalt an sichbrächte, sezte Lykurg unter dem Namen der Ephorenfünf Magistratspersonen ein, deren Amt nur ein Jahrdauerte. Sie wurden von dem Volke gewählt, undverpflichtet, die Verwaltung der Regierung zu bewa-chen, und den Geist und die Kraft der Staatsverfas-sung aufrecht zu erhalten. Sie beriefen die Versamm-lungen des Volkes und entließen sie. Sie wechseltenalle Monate mit den Königen einen feierlichen Eid,worin diese die Aufrechthaltung der spartischen Geseze,die Ephoren aber im Namen des spartischen Volkesdie erbliche Würde des königlichen Stammes der He-rakliden zu schüzen, sie als Diener der Religion zuverehren, ihnen als Richtern im Frieden zu gehorchen,und als Anführern im Kriege zu folgen, versprachen.Der Antheil, den das lacedämonische Volk an derRegierung erhielt, war sehr beschränkt, und bestand infolgendem: Die Stadt Sparta enthielt neuntauſendfreye Bürger, das spartische Gebiet aber dreisigtausend:der ganze Staat von Lacedämon bestand folglich ausneun und dreisig tausend stimmfähigen Bürgern. Siekonnten sich blos auf den Ruf der Ephoren versam-meln, und es ist begreiflich, daß solche Versammlungen,wo jeder bewaffnet erscheinen konnte, nur sehr seltenstatt fanden. Wenn dieses jedoch in sehr wichtigenAngelegenheiten geschah, so wurde der Vortrag vonden Ephoren gemacht, und derselbe mit lakonischerKürze entweder genehmigt oder verworfen. Die ge-meinen Bürger waren übrigens von allen Staaatsbe-dienungen gänzlich ausgeschlossen, und sie wurden alsein bloßes Werkzeug in der Hand der Regierung be-trachtet, das der weisere Theil des Staates leiten undgebrauchen müſſe.Um