Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
26
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Geschichte der Griechen,26wieder herzustellen, und dadurch daß er die Bedrü-ckungen beschränkte, wodurch die königlichen Familiendes Atreus, Theseus und Oedipus den Thron ihrerVäter verloren hatten, seiner eigenen Familie denThron von Lacedämon zu sichern.In Milet ward Lykurg mit dem Dichter Thalesbekannt, einem tugendhaften Mann von großen Fähig-keiten (den wir jedoch nicht mit dem berühmten Weisengleichen Namens verwechseln dürfen, der zweyhundertJahre später blühte); er warb um dessen Freundschaft,und vertraute ihm den Gedanken, seinem Vaterlandeeine neue Verfassung zu geben. Thales gieng nachSparta, und bereitete durch Gedichte, die zu demgroßen Zweck paßten, die Gemüther zu der Verände-rung der Regierung und der Sitten vor. Lykurg wardjezt nach Sparta zurückberufen. Seit seiner zehnjäh-rigen Abwesenheit hatten Unordnung und Gewaltthätig-keit den höchsten Grad erreicht, und der Staat bedurf-te einer festen, ordnenden Hand, um nicht in gänzlicheAuflösung zu versinken.Lykurg, der den Ruf in sein Vaterland mit Ent-zücken empfieng, gieng nun nach Delphi, um das Ora-kel über sein Vorhaben zu befragen. Er war klug ge-nug um einzusehen, daß der Spruch des Orakels, dasin Griechenland zu einer unumschränkten Herrschaft ge-langt war, seine Absichten befördern würde, und in derThat ward er von der Pythia mit Ausdrücken derhöchsten Ehrerbietung empfangen, der allgemeine Geistseiner Einrichtungen ward von dem Orakel genehmigt,und ihm versprochen, die Republik Sparta würde durchseine Geseze glücklich und unsterblich werden.Gestüzt auf diesen Götterspruch, betrat nun Lykurgden vaterländischen Boden; hier beginnt eine der merk-würdigsten Erscheinungen der Weltgeschichte; wir sehenein