25Vierter Abschnitt.zeigte es den vornehmsten Personen, und sprach:Sparter, euch ist ein König geboren! Der Knabe wardChaerelaus (die Freude des Volkes) genannt. DieserBeweis seines Edelsinnes brachte ihm zwar großenRuhm unter seinen Landsleuten, aber, wie die Tugendoft dem Haß unterliegt, so entzog sich auch Lykurg denVerfolgungen mächtiger Feinde, und entfernte sich ausSparta. Er folgte seiner Neigung, die Sitten frem-der Völker zu erforschen, und begab sich zuerst nachKreta. Diese Insel ward zwar noch nach den altenGesetzen des Minos regiert, aber seit dem trojanischenKriege war sie nicht mehr in jenem Ansehen, das sievorher ausgezeichnet hatte.Von Kreta gieng Lykurg nach Egypten. Hierward er mit den Geheimnissen der ägyptischen Religionbekannt, und untersuchte mit Sorgfalt die Verfassungdieses alten Königreiches. Wenn wir den alten Schrift-stellern glauben dürfen, so besuchte er die Königreichedes Morgenlandes, und war sogar bis nach Indiengedrungen, um die Lehren der Braminen kennen zulernen.Bei seiner, Rükkehr durchreißte er die griechischenKolonien in Kleinasien, die damals zu einem hohenGrad von Wohlstand und Bildung gelangt waren; sieübertrafen bei weitem ihr ehemaliges Vaterland in denKünsten des Luxus, und es ist ein ziemlich vollständi-ger Beweis, daß sie auch in der Litteratur weiter ge-kommen waren, als die europäischen Griechen, da sieHomers Werke sorgfältig aufbewahrt hatten, die manin ganz Griechenland nicht kannte. Lykurg sammeltediese unschäzbaren Arbeiten, ordnete und schrieb sie ab,und brachte sie nach Sparta. Lykurgs Absichten, wa-ren augenscheinlich darauf gerichtet, den gemäsigtenGeist der alten Staatsverfassung, der in dem heroi-schen Zeitalter geherrscht hatte, in seinem Vaterland
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