Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Griechen.22Dieser Fürst hatte die Absicht, sein kleines Reichvor den Anfällen feindlicher Nachbarn zu bewahren,und sein Gebiet gewissermassen zu einem friedlichenVereinigungspunkt aller Völker griechischer Abkunftzu erheben. Er erneuerte und ordnete die Spiele,die unter dem Namen der Olympischen bekanntsind, und die für Griechenland das Maas der Zeit-rechnung wurden, auf folgende Weise: Nachdem er denPlan der Feyerlichkeiten entworfen hatte, wandte er sichan das delphische Orakel. Der Ausspruch desselbenbefahl, daß die zu Olympia an dem Alpheus ehemalsgefeyerten Feste erneuert, und ein Waffenstillstand füralle Staaten, welche daran Theil nehmen wollten, aus-gerufen werden sollte. Dieser Ausspruch wurde durchdie das Orakel häufig besuchenden Wallfahrter schnellin ganz Griechenland verbreitet, und nun traf Iphi-tus Anstalten, die nicht nur zu der Wiederherstellung,sondern auch zur fortwährenden Dauer dieser Spieledie zwekmäßigsten schienen. Er bediente sich dabey desRathes seines Zeitgenossen und Freundes, des Lycurg;der Waffenstillstand ward in dem Peloponnes ausge-rufen, und in Eleia, der Hauptstadt von Elis, dieVorbereitungen zu der Aufnahme der Fremden und zuden Festen gemacht, deren Dauer auf fünf Tage be-schränkt war; sie begannen und schlossen mit Opfernfür den olympischen Jupiter. Gymnastische Uebungen,Wettlauf, Faustkämpfe, Wagenrennen, später Musik,und Vorlesung oder Absingen von Gedichten fülltendie Zwischenräume; Lycurg hatte die Kampfspiele ge-ordnet, Iphitus die religiösen Feyerlichkeiten. Die re-gelmäsige Wiederkehr dieser Spiele ward auf vierJahre festgesezt. Sie wurden im Monat Julius ge-feyert, und behielten ihre erste Einrichtung über tau-send Jahre.Diese Stiftung war mit großen Vortheilen nichtnur

.