Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
16
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Geschichte der Griechen,16de, deren Leichname sie oft mißhandelten. Sie zerstörtenoder verbrannten die Tempel in den eroberten Städtenunbeschadet ihrer Ehrfurcht gegen die Götter. Sie er-schlugen wehrlose Gefangene, und hielten die Töchter undFrauen besiegter Fürsten, selbst wenn sie griechischer Ab-kunft waren, in Sklavenfesseln; Frauenraub war nicht un-gewöhnlich, und überhaupt überließen sie sich den regello-sen Leidenschaften ihrer rohen Natur. Aufgewachsen un-ter den Waffen war Krieg ihr einziges Gewerbe, zurSchlacht bereiteten sie sich durch festliche Mahlzeiten,wobei der Gesang der Dichter die Thaten ihrer Väterund ihre eigenen pries; Kampfspiele wurden bei ihrenTodtenfeyern und Vermählungen gegeben, und die Sie-ger erhielten Waffen oder Lorbeerkränze zur Belohnung.Die kriegerischen Beschäftigungen des heroischen Zeital-ters wurden die Grundlage zu den Gesetzen des Lykurgus.Die Dichter, die ihre Gesänge mit der Leyer be-gleiteten, standen in großem Ansehen. Orpheus, Linus,Musäus, blühten um diese Zeit. Ihre Werke sind nichtauf unsere Zeiten gekommen. Musik war geachtet alsMittel der Veredlung der Menschheit; der Leyer Am-phions horchten die Thiere des Waldes, und der Peli-de kürzte die Stunden seiner Einsamkeit mit Saiten-spiel und Gesang.Die Religion war beschränkt auf den Glauben andas Daseyn der Götter, und die Verehrung derselben,Unsterblichkeit der Seele, Belohnung und Strafenach dem Tode. Ehrwürdige Begriffe, die jezt dieGrundlage der Religion der gebildetsten Völker sind.Die mechanischen Künste hatten in jenen Zeitengroße Fortschritte gemacht. Bei einem kriegerischenVölke sind Waffen das erste Bedürfniß. Sie warennicht allein zum Angriff und Schutz der Kämpfer vor-treff-