Geschichte der Griechen,14dete dem Volke den Sieg, dessen König von den Feinden ge-tödtet werden würde. Kodrus, der Sohn des Melanthus,war damals König; als Bauer verkleidet gieng er in dasfeindliche Lager, und ward in einem Streit mit den Sol-daten getödtet. Sobald dieses entdeckt war, zogen dieHerakliden zurück, und der Krieg war geendigt. Kodruswar der lezte König von Athen. Die Bürger diesesStaates erklärten, kein Sterblicher sey würdig, nach Ko-drus König zu ſeyn.Eine natürliche Folge der Rückkehr der Heraklidenin den Peloponnes war die Gründung neuer Kolonien.Die Flüchtlinge von Argos und Messene vereinigten sichmit dem Ueberfluß der Bevölkerung von Attica, Böotienund Phocis, und die Bewohner benachbarter Provinzenverbanden sich mit ihnen zur Gründung neuer Wohnsizein Kleinasien; sie schifften dahin angeführt von den Söh-nen des König Kodrus, denen der Aufenthalt in einemLande unerträglich seyn mochte, wo sie, zum Throne geboh-ren, sich nun auf die Stufe der Bürger herabgesezt sahen;sie vertrieben die Besizer des Landes; bald war der schö-ne Landstrich von den Ufern des Hermus bis zu dem Vor-gebirge Poseidon in ihrer Gewalt. Dieser Landstrich er-hielt den Namen Jonien, weil der größte Theil der Ein-wanderer aus Joniern bestand. Milet und Ephesus wur-den gegründet, und waren in kurzer Zeit die blühendstenStädte Joniens.In diesem Zeitraum, beiläufig 1000 Jahre vor Chri-sti Geburt, fällt auch die Gründung der griechischen Ko-lonien auf den Küsten von Italien, von Mazedonien,Thrazien, und Afrika. Diese Kolonien, besonders die inKlein=Asien, und in Sizilien gegründet wurden, unddie an Reichthum, Bevölkerung, und Ausbreitung ihreMutterstaaten sehr bald übertrafen, werden wegen ih-rem sehr wesentlichen Einfluß auf die Geschichte in derFolge öfters erwähnt werden.Drit-
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