.Machen Se det nich — denn brechen se bei Ihnen einl'Nun muß mir das Krankenschild etwas Ruhe schaffen."
Mit grimmigem Humor findet Zille sich mit seinem Alterab. Zuckerleiden plagt ihn. Lächelnd streift er, der fastimmer nur im Hemd, Hose und Weste in seinem Schlaf-und Arbeitszimmer lebt und nur ganz selten noch auf dieStraße geht, den Ärmel hoch und zeigt seinen Unterarm:
„Da — mit jedem Tag werde ich dünner. Das Fleischschwindet . . . Damit ich leichter werde, wenn sie meinenSarg die Treppe runtertragen müssen I —"
Die beispiellose Bildhaftigkeit und Sprachkraft. die injeder seiner Äußerung immer noch steckt, die immer nochmutvoll auf alles zu erwidern weiß, läßt aber alle seineFreunde hoffen, daß er noch lange nicht „im Sarge dieTreppe hinuntergetragen" wird. Wenn er auch nicbt vielNeues vollbringen kann — er kann doch noch die großenSchätze sichten und ordnen, die er aufgestapelt hat, kanndies und jenes Blatt, das er angefangen hat, vollenden undkann sich so seine Wünsche, die er noch hat, selbst erfüllen.
Denn der ganze Künstler will auch ein ganzes Werkhinterlassen. —
Wi