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Zille-Mächens.
Alle abseits vom bürgerlichen Dasein sich durchs Lebenschlagenden Menschen haben Heinrich Zille gereizt, sie mitseinem Zeichenstift auf dem Papier festzuhalten. SeineZeichnungen würzte er meistens auch mit treffenden Aus-sprüchen, witzigen Redensarten aus dem Kreise jener, dieer mit dem Bleistift und der Kohle verewigte. Das gab danneinen guten Zusammenklang. So haben wir in seinen Zeich-nungen und ihren Unterschriften eine geradezu dokumen-tarische Schilderung dieser Nebenwelt, die allgemein „Halb-welt" und auch „Unterwelt" genannt wird. „Halbwelt" könnteman eigentlich nur die elegantere Prostitution nennen —soweit man den Anspruch gewisser reich fundierter, inter-nationaler Kreise gelten läßt, „die Welt" zu bedeuten. Nebenund mit ihnen leben nämlich diese Damen, die „halb" dazugehören, die zufrieden sind, „Halbwelt" zu sein.
Doch diese Damen haben Zille nie so recht interessiert.Ihm veranlaßten mehr die Damen der Unterwelt, also dieFrauen, die unter der „Welt" standen und die sich auch inder unteren Schicht bewegten, die unter der Welt, die öffent-lich anerkannt war, ihren Lebensgehalt und Unterhalt such-ten. — Diese „armen Mächens", wie Zille sie bedauernd oftnennt. Es sind gewiß keine „Damen". Aber darum schil-dert er sie wohl voll Mitgefühl.
Doch ich will hier keine Kulturgeschichte dieser Mächensschreiben. In meinem Buch „Das galante Berlin" habe ichmich über sie und ihr Tun und Treiben gründlich ausge-sprochen, habe vor allem darauf hingewiesen, wie sich Ver-anlagung und sozialer Zwang, Schuld der Mitmenschen und
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