Zilles Lehrer und Kollegen.
Bezeichnend ist für einen Menschen, wie er zu seinenLehrern und Kollegen steht. So gewiß oft ein Genie inKonflikt mit seinem Lehrer kommt, so oft findet sich auchein kameradschaftliches und freundschaftliches Verhältniszwischen Lehrer und Lernenden. Bei Künstlern kommt esjedenfalls sehr oft vor. Nicht immer sind die Lehrer vonder Unfähigkeit ihrer Schüler überzeugt oder voll Haß gegenden nachdrängenden Nachwuchs. Und wer ehrlich ist, wirdunter all den unausstehlichen Lehrern seiner sonstigen Schul-zeit auch einen finden, den er hebte und von dem er fühlte,daß er ihm Liebe und Verständnis entgegenbrachte.
Zille berichtet jedenfalls von mehreren solcher prachtvollenNaturen. Da ist der alte Zeichenlehrer Spanner in der ärm-lichen Dachstube in der Blurnenstraße, bei dem er die erstenSehversuche und Strichübungen macht. Dann erzählt er hierund da von Hosemann, wie der ihn ermahnte, gründlich nachder Natur zu zeichnen. Und aus den Jahren, als er abendsStunden in der Akademie besuchte, ist auch mancherlei vonZille zu erfahren. Wie es zuging, ist an mehreren Stellendieses Buches geschildert, z. B. auch im Kapitel „Modelle".Und was er als Lehrling und junger Geselle in den Werk-stätten lernte und erlebte, ist in den voraufgehenden Ka-piteln geschildert. Soviel bedenkliche Sachen er sah: gutegewerbliche Grundlagen bekam er jedenfalls. Er lernte arbei-ten, gut arbeiten.
In dieser Zeit des jungen Gesellentums hatte er — wohldurch die abendlichen Zusammenkünfte im Akademie-Zeichensaal — allerlei Kunstbeflissene kennengelernt. Von
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