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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
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Kleinbürger und Proletarier. 1 )

Ich muß hier einiges zur Ehrenrettung des Kleinbürgerssagen. Denn bisher wird das Wort Kleinbürger immer nurals eine verächtliche Bezeichnung gebraucht. Und doch istdie Kleinbürgerschicht der reiche Wurzelboden für kul-turelle Entwicklungsstufen, für Höchstleistungen, für Per-sönlichkeiten, die unser Kulturleben, unsere Kunst, unsereWirtschaft, unsere Wissenschaft ganz bedeutend geförderthaben. Waren nicht die Väter und Großväter fast aller wich-tigen Persönlichkeiten Schmiede, Schuster, Bäcker, Maurer,Kleinkaufmann oder irgendwas Ähnliches?

Mag das Kleinbürgertum manche komische Seite an sichhaben: Gerade, weil es Kleinbürgertum ist, bietet es so aus-gezeichneten gesunden Nährboden für Entwicklung und Auf-wärtsstreben. Manches von seinem Spießertum ist doch imstillen auch ein Ideal recht vieler Intellektueller. Die Stilleim Heim nach hastiger Lebensfahrt in der Großstadt gibtrecht gute Kräfte zum Weiterkämpfen. Und derartigesließe sich noch vieles sagen. Zum mindesten ist in vielenKleinbürgerfamilien auch Interesse für kulturelle und künst-lerische Fragen vorhanden. Und wenn diese Mittelschichtnicht soviel Ideale für Ordnung und Reinlichkeit, Lernen undWissen hätte: die Oberschicht allein würde es nicht schaffen,und die Unterschichten hätten nicht die Vorbilder, nachdenen sie sich doch in Wirklichkeit richten.

Was ich sonst vom Kleinbürgertum und von dem ihm be-nachbarten Proletariat zu sagen habe, schrieb ich in meinerKultur- und Sittengeschichte Berlins.

x ) Hierzu auch Bilder der KapitelKinder",Fräuleins",Milljöh".

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