Die Männer der Mächens.
Zu den Mächens, die hauptsächlich im vorigen Kapitelund auch im Abschnitt „Kneipen" geschildert sind, gehörenauch deren Männer. Auch sie waren Stoff für HeinrichZilles Zeichenstift. Er hat sie von mancherlei Seiten erlebt,gesehen und dargestellt. Sie sind eben nicht nur mit dembestimmten Wort „Zuhälter" abzutun. Unter ihnen gibt esdie verschiedensten Typen, die verschiedensten Gründe undUrsachen für ihre Lebensweise. Auch hierüber habe ich aus-führlich im „Galanten Berlin" geschrieben.
Ebenso wie diese Männer manchmal Mädchen und Frauenanlocken, unter ihre Botmäßigkeit stellen und zu dem„Lebenswandel" nötigen, ebenso locken auch solche MächensMänner an. Und zwar besonders gern stattliche Gestalten.„Bei mir hast' et ja viel bessert" (Bild 85.)Sie kluften ihren Freund ein, machen ein „Klub"-Mitgliedaus ihm (Bild 86), der auch manchmal „nachdenkt" (Bild 87),der voll Stolz herausfordernd mit den Mächens sich sehenläßt — der in Kneipen verkehrt, wo die Mächens zu „Wit-wen" gemacht werden (Bild 89) — und der schließlich imDämmer der Gefängniszelle sinnt:
„Wer nie sein Brot mit Tränen aß." (Bild 90.)Zille hat diesen Werdegang in einer Beihe von Zeich-nungen geschildert, die diesem und dem vorausgehendenKapitel sowie den Kapiteln „Kneipen" und „Milljöh" bei-gefügt sind.
Und damit sind wir bei der Umwelt dieser Unterwelt an-gelangt.
11 Ostwald, Das Zilletnich. l6l