Zille in der Liebe des Volkes.
Kein heutiger Künstler kann sich rühmen, so wie Zillevom Volke geliebt und gekannt zu sein. Das Volk hat, trotz-dem er es in den humoristischen Zeichnungen für die Zeit-schriften oft ein wenig komisch und von oben herab dar-stellen mußte, immer seine große Liebe hindurch empfun-den — und hat sie ihm auch reichlich vergolten. Er selbstkonnte denn auch auf die Frage eines Schriftstellers er-widern :
„Ach ja — man merkt schon, daß man immer fürs Volkgearbeitet hat — so'n bißken Liebe merkt man schon. —"
Im weitesten und gemütvollsten Sinne des Wortes warHeinrich Zille eben ein Heimatskünstler. Nicht zum gering-sten schmeichelte er sich in die Liebe des Volkes ein durchdas Mitgefühl für die Kümmernisse und für die Freuden,das aus allen seinen Blättern sprach. Nicht zum wenigstenmachte ihn behebt die Darstellung der Berliner Kinder.(Siehe Kapitel: „Zille-Kinder" und die Kinderstudien imAbschnitt: „Studien und Akte".) Wer Kinder so wie Zilleablauschen und dürr 1 - seinen Zeichenstift festhalten kann,wird immer beim V _.» die allerwärmste Gegenhebe erleben.
Er ging immer mit dem Zeichenstift in der Hand den Wegdes Volkes. Nicht nur in die Kaschemmen und auf dieRummelplätze. Als um 1905 die sommerliche Auswanderungder Berliner in die Freibäder an den Spree- und Haveluferneine Wendung in der ganzen Lebensart der Hauptstädterbrachte, ward Zille der Maler des Freibads. Aus einer Unzahlvon Zeichnungen und Skizzen, in denen er die Lust derBerliner an Luft und Sonne betonte, sei hier wenigstens sein
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