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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
434
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Meine Uhrkette ist aus Stahl und 'n Kreuz baumeltauch dran. Da fragen mich immer die Guten ganz ergeben,wenn sie die Stahlkette sehen:

,Für Gold?'

Damit meinen sie, ob ich im Kriege eine Goldkette für 'neEisenkette hingegeben hätte. Mein letztes Goldstück habeich ja hingegeben, das einzige, das ich in meiner Münzen-sammlung hatte: ein englisches Pfund. 1915 fürs Vater-land!

Wenn ich nu gefragt werde, ob ich Gold für Eisen gab,sage ich:

,Ja für Gold!'

Aber die Kette stammt von einem Schirm. Früher trugendoch die Herren auch Sonnenschirme aus grauem Kat-tun. Die hatten Ketten. Durch den Stock, daß man sie be-quem tragen konnte.

Die habe ich mir abgemacht.

Das ist meine Uhrkette!"

Ja, es gibt auch in unserm heutigen rationalisierten Ber-lin allerlei Originale. Da kam ein Tütenfabrikant zu mir.Ich sollte ihm 'ne Zeichnung machen für den Konsum-verein. Er hatte sich wohl mit dem Verein ein bißchen quer-gestellt und wollte sich nun wieder mit den Leuten gut stel-len. Mit meiner Zeichnung führte er sich auch wieder gutein. Der Verein benutzte sie wohl auch als Reklame.

Na er zahlte gleich, als er das erstemal kam. Ichhatte noch keinen Strich gemacht. Es sollte bloß 'ne kleineZeichnung sein. Viel könnte er nicht anwenden. Er sei jakein Millionär. Draußen im Osten hatte er ein Grundstückmit 'ner Fabrik gehabt. Das war alles weg durch Krieg undInflation. Er arbeitete nun flott weiter. Und dann schrieb er,ob ich schon angefangen hätte und schickte fünfzigMark mit.

Da schrieb ich ihm: ,Es wächst schon!'