einem solchen Original erhielt er manchen weisen Rat fürseine Arbeit. Zille meint:
„Raabe, die olle Nebelkrähe, wie ihn Vater Tübbecke inStralau nannte, sagte mir:
,Im Winter müssen Sie die Knochen von den Bäumenzeichnen und im Sommer das Fleisch!'
Er meinte, dann kann man den Aufbau an den Stämmenund Ästen besser erkennen und im Sommer die Blätterbesser hinzufügen.
Das war der Raabe, der zu Tübbecke im Stralauer Krughinauswanderte, dem Tübbecke Schnaps und Bier gab, ihndann an die Schulter packte, nach Berlin umdrehte undihn so auf den Weg brachte. Sonst wäre er an der Kirchevorbei im Suff in die Spree gelaufen.
Raabe ist ja dann auch in den moorigen Wiesen umge-kommen ..."
Der Vater Tübbecke in Stralau war auch ein verunglückterMaler. Er war in Alt-Stralau als Gastwirt gelandet, wo erseinen bevorzugten Gästen einen „siebehköpfigen Spree-Athener" aus sieben verschiedenen Schnapssorten mischte.Dieser akademisch gebildete Weißbierwirt widmete seineganze Liebe, die von der Kunst nicht erwidert worden war,den ewig durstigen und ewig „blanken" Künstlern.
„Und wenn er't besonders jut meinte, und die Olle gucktejerade wech, denn legten wir ihm beim Bezahlen 'n Sechserhin, uff den er uns 'ne Mark rausgab."
Von andern Käuzen aus jener Zeit und jener Schicht er-zählt Zille:
„Bildhauer Wagener, das war ein hübscher Kerl. Dichte,braune Locken — ein Flatterschlips — fein in Kluft: Hosennach französischem Schnitt, unten eng. Studierte in derAkademie, als ich hospitierte. Ich sah ihn damals öfter. Erkriegte wohl Geld — sein Vater konnte es wohl.
Ja — und dann sah ich ihn nach Jahren auf einer Bankin der Berliner Straße in Charlottenburg — zwischen denarmen alten Leuten, die sich da in der Sonne wärmten. Wo
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