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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
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Kinder jener Gegend mußten damals in die Streichholzfabrikgehen und die Hölzer in Phosphor und Schwefel tunkenschließlich hatten die Kinder gar keine Fingernägel mehr. . .

Kriegte dann der Bergmann seine paar Mark Hungerlohnhöher kam er damals nicht in der Gegend, wo ja 'ne Heim-arbeiterin in der ganzen Woche nicht mehr als dreiund-zwanzig Pfennig verdiente dann wollte er seiner Familiewas Gutes antun und kaufte ein geschlachtetes Kietzel 'neKatze, oder wenn's ganz hoch hergehen sollte, ein Stück voneinem Hund. Ja ja, in den armen Gegenden im Erzgebirgewerden heute noch Katzen und Hunde verspeist ganz so,wie das Rosenow imKater Lampe" geschildert hat. DieLeute reden sich damit raus, sie essen's wegen dem Fett, dasgegen manche Krankheit gut sein soll. Aber in Wirklichkeitessen sie das Zeug doch bloß wegen der Armut...

Und der Bergmann durfte nichts sagen, wenn der Kohlen-baron Viere lang fuhr durch die schmalen Straßen, daß derDreck in die Fenster spritzte und der Arbeiter sich an dieHauswand drücken mußte und sich die Spritzer aus'tGesicht wischen durfte.

Mein Onkel na, der hatte noch Glück. Der hatte 'nUnfall!" sagte Zille mit bitterem Hohn.Da brauchte ernicht wie die andern bis an sein Lebensende unter der Erderumkrauchen. Eigentlich hätte er nun mit dem Kasten, indem ein kleines Spielbergwerk zu bewegen war, durch dieLande betteln gehen können. Das Recht hatte er durch denUnfall erworben ja: ,Nu kannste betteln gehn!' hieß esdamals, wenn man sein Bein oder seinen Arm bei der Arbeitverloren hatte! Aber mein Onkel hatte ja manches vonmeinem Großvater Heinitz, der ja auch basteln konnte, waseben vorkam. Und mein Onkel suchte sich nun auch sitzendeBeschäftigung, als er sein Bein verloren hatte. Er fing dieUhrmacherei an, schaffte sich bald ein Häuschen, dann einHaus fing einen kleinen Handel an auch mit Ge-schmeide und machte so sein Glück durch den Unfall."

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