Von dem Vater seiner Mutter plaudert Zille manchmal sehranschaulich. „Der alte Heinitz hatte auch einen Unfall ge-habt und legte sich aufs Uhrenausbessem. Er machte dieUhren seiner Arbeitskameraden ganz, und sie kamen auchalle zu ihm — ja, das war Ehrensache. Manchmal brachtensie auf Handwagen ihm ganz große Wanduhren an. DieFrau zog und der Mann trug, damit 's nicht zu schwer seinsollte, die Gewichte. Meist waren's auch bloß schwere Steine.,Ach, Herr Heinitz...' fingen sie an und erzählten 'ne langeGeschichte, was sie schon alles versucht hätten, um die Uhrenwieder in Gang zu bringen.
,Na, ich werde mal nachsehen,' sagte der Großvater, kom-men Sie mal wieder mit heran.'
Ich schleppte die Uhr, wenn sie nicht zu schwer war, in'nGarten, machte das Gehäuse auf und fegte mit'n Gänseflügelerst mal 'n ganzen Schwung Schwaben und Wanzen raus.Ja, beim Großvater mußten wir alle ran. Sehr oft hab' ichauch die Räder putzen müssen. Die Leute brachten auchTaschenuhren, noch die alten, dicken Spindeluhren. Wennwir die nachsahen, lagen darin vertrocknete Flöhe. BeimAufziehen mußten sie wohl aus'm Ärmel reingefallen sein.Die hatten sich dann ins Werk geklemmt. Wenn die Werkesauber gemacht waren, dann gingen sie wieder.
Ja, der Vater von der Mutter, der alte Heinitz, war 'nspaßiger Mann. Was der alles anstellte! Mal hatte er kleinegoldene Mützen gemacht — und Spatzen gefangen, die be-kamen die Mützen aufgesetzt. Als sie dann wieder weg-geflogen waren und sich über die Pferdeäppel hermachten,rief mein Großvater die Mädchen und Frauen aus der Nach-barschaft zusammen und zeigte sie ihnen. Die staunten aberbloß immer:
,Ach nä — Herr Heinitz!'
,Ja, das sind welche aus Afrika, das is 'ne ganz besondereSorte', belehrte Großvater sie.
Wenn er draußen im Hof arbeitete, dann sang er dabeiallerlei Lieder. Die waren manchmal ganz saftig. Und die
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