Ein großer Verlag stiftete einen Preis für den besten[Illustrationszeichner. Selbstverständlich wollte er — schonI um der Reklame wegen — seinen Hauszeichner ausgezeich-net sehen. Aber Liebermann, der neben andern als Schieds-richter gebeten war, bestimmte Zille als Preisträger. Das gab[dann einen langen Streit und Verhandlungen zwischen Lieber-mann und dem Verlag.
Schließüch einigten sie sich auf Zille und den Haus-I Zeichner.
Der Verlag stiftete eben zwei Preise ....
Zu einer berühmten Sängerin sagte Zille nach Schlußdes Konzertes:
„Wie glücklich sind Siel Wenn Ihre Arbeit vorbei is, dennis se wech . . . Unsa Dreck bleibt immerl"
Einen bekannten, modernen Maler, der alles nach demModell zeichnet und malt, belehrte Zille:
„Sie müssen das ins Auge klemm'n un denn nachher zuHause ausschütten. Wenn Sie das nich können, denn is 'nePhotographie besser."
Überhaupt steht Zille der jüngsten Kunst — sehr kritischgegenüber. So sagte er öfter:
„Die soll'n man erst so'n Stiebel malen, wie'n der Anton(Werner) jemalt hat!"
Diese Äußerung ist bezeichnend für seine Kunstauffassung.Ihm ist kein Gegenstand zu geringwertig. Er muß nurkünstlerisch durcbgearbeitet sein.
Er bleibt dabei, daß „Kunst" von „Können" kommt.
Auch von andern Eindrücken sprach Zille, von solchenaus der Kunst früherer Zeit. Er ließ manchen gelten, der
3 Ostwald, Das Zillebuoh. 33