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2 (1808) F - Z
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Spec

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Spec

Specifisch. Dis Wort wird oft unnöthiger Weift ge-.braucht. Man sagt z. B.: Gold ist specifisch schwe-rer als Silber, d. i. von zwei gleichgroßen Massen, de-ren eine aus Gold, die andere aus Silber besteht, istjene die schwerste. Aber wozu hier das unnöthige Wortspecifisch? Man lasse es weg, und der Sah: Goldist schwerer als Silber, wird ohne dasselbe nicht an-ders verstanden werden können, .als mit demselben. Ichsinne umsonst nach, um einen Fall zu erdenken, wodas fremde Wort nicht füglich weggelassen werden könn-te, ohne daß man ein Deutsches an seine Stelle setzte.Sollte es aber ja irgendwo einer ausdrücklichen Ver-deutschung desselben bedürfen, so könnte man es in ei-nigen Fällen durch verhaltnißmaßig, in andern durcheigenthümlich geben. Blei ist verhältnißmäßig schwererals Zinn. Die eigenthümliche Schwere des Goldes.

Specimen, ein Probestück.

Speciös, Franz, specieux, scheinbar.

Specmcle (spr. Specktakel), 1. das Schauspiel. Hars-dörfer hat auch den Ausdruck Schauthat, welcheraber wol nur in seltenen Fällen, nicht ganz unbrauch-bar sein dürste. 2. Der Lärm, das Aufheben, z. B.in der R. a. Spectacle machen.

Spectaculiren, lärmen.

Speculant, jenachdem der Zusammenhang ist, ein Be-trachter, Grübler, Unternehmer oder Wäger. S. Spe-culation.

Speculatioii. Der allgemeine Begriff, welcher bei die-sem Worte zum Grunde liegt, ist:eine Reihe oderKette von Gedanken oder Vorstellungen, wodurch derSpeculirende, entweder Wahrheiten zu erforschen undzu ergründen oder auch andere Zwecke oder Vortheilezu erreichen strebt." Die Speeulation steht also der Aus-übung, Anwendung oder Handlung und der Erfah-rung entgegen; und sie wird entweder in wissenschaftli-cher, oder in kaufmännischer Bedeutung genommen. Injener, wo es das Streben nach Begriffen von solchenGegenständen bedeutet, wozu man durch keine Erfah-rung gelangen kann, können wir es, wenigstens in denmeisten Fällen, durch Betrachtung, zuweilen auch durchabgezogenes Denken, und wenn der Nebcnbegriff desKleinlichen oder Verächtlichen damit verbunden werdensoll, durch Grübelei und Vernünftele: ersehen. In die-ser wird die Berechnung eines kaufmännischen Unter-nehmens, und zwar eines Unternehmens auf Gewinnund Verlust , damit gemeint. Er führt ein unthätiges,bloß betrachtendes Leben. In der Betrachtung mag diswahr und thunlich scheinen; in der Ausübung oder beider Anwendung findet sich das Gegentheil. Er überläßtsich zu sehr der Betrachtung. Er hat sich ganz ins Grü-beln geworfen. Sein Handel ist fast nichts als Kräme-rci, weil er sich nur selten zu einem kaufmännischenUnternehmen erhebt. Ein wohlberechnetes, ein glückli-ches Unternehmen.

Sperr

Speculativ, 1. in wissenschaftlicher Bedeutung, bald grü-belnd, z. B. ein solcher Kopf; bald außerfinnlich, z.B. solche Erkenntniß. Da nämlich die Gegenstände derspcculativen Erkenntniß außerhalb aller Erfahrung lie-gen, und Erfahrung nur durch Hülfe der Sinne ge-macht wird: so scheint außerfinnlich in diesem Zusam-menhange für speculativ ganz wol zu passen. 2. Inkaufmännischer Bedeutung, wo unter speculiren dasHinschauen und Hinstrebcn nach einem Gewinnste ver-standen wird, welcher außerhalb der gewöhnlichen Bahndes Handels liegt, also auch nur durch kluge Berech-nung der Umstände und durch kühne Entschlossenheit er-worben werden kann. Wenn in diesem Sinne von ei-nem speculativen Kopfe oder von einem speculativcnHandel ( Speculationshandcl) die Rede ist: so kannman ein unternehmender Kopf und ein Handel auf Ge-winn und Verlust dafür sagen.

Speculiren, 1. außersinnlichen Betrachtungen nachhan-gen, grübeln, vernünfteln; 2. Handels-entwürfeoderHandelsplane machen; kaufmännische Unternehmun-gen machen.

Speeliren, versenden, weitersenden, befördern.

Spediteur (spr. Speditöhr), der Weitersender, der-terversender, der Waarenversender. Ad. sagt: daß manim £>. D. Güterbestater, Gutfertiger, auch Fertigerund Bestater schlechtweg, dafür sage. Allein Affsprung(ftlbst ein O. Deutscher) merkt dagegen an, daß durchdiese Benennungen, nicht der Spediteur, sondern eineobrigkeitliche Person bezeichnet werde, welche die zuverführenden Güter bei der Wage einschreibt. Von demAusdrucke Weitersender urtheilt Heynatz im Antibar-ba>;us: daß er in einigen Fällen durchaus gut und ver-ständlich sei.

Spedition, die Versendung oder Weitersendung. Spe-ditionsgeschäfte also sind Versendungsgeschafte. Wennman Speditionshandel sagt, so wird das Wort Han-del in einer ihm nicht zukommenden Bedeutung, näm-lich für Geschäft gebraucht.

Spendabel. Dieses abscheuliche Zwitterwort hat sogarLessing (im Schatz) gebraucht. Es soll freigebig be-deuten.

Spendage (spr. Spendage), ein niedriges Zwitterwortfür Spende oder Schenkung.

Spendireti. Was vermochte A d., diesem zugleich un-deutschen und sehr niedrigen Zwitterworte die unverdien-te Ehre zu erweisen, es als ein Deutsches, ohne allenandern Beisatz, als den: nur im gemeinen Leben üb--lich, den er auch dem bessern spenden beifügte, in seinWörterbuch aufzunehmen? Und wie mochte Bode eSvor sich selbst verantworten können, dieses undeutscheund gemeine Wort in seiner Uebersehung des edlen Mon-taigne zu gebrauchen? Da doch beide unstreitig wuß-ten, daß daS echte Deutsche und zugleich edle Wort

Hh 2 spen-