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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
241
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Sout

Soup

Svup^onneux (spr. supßonnös), argwöhnig und argwöh-nisch, mißtrauisch. Ad. weißkeinen andernUnterschiedzwischen argwöhnig und argwöhnisch anzugeben, alsdaß er das letzte in die gemeinen Mund-arten verwei-set, wohin es doch nicht gehört, weil es von gutenSchriftstellern, vielleicht mehr als das erste, gebrauchtworden ist. Man könnte sie, in Hinsicht auf die End-silben ig und isch, mit gutem Grunde eben so, wie abcr-glaubig und abergläubisch ( S. Snpersitiös ), unter-scheiden , so daß argwöhnig Argwohn habend, argwöh-nisch hingegen was von Argwohn herkommt, Aehnlich-keit damit hat, damit verbunden ist, bezeichnete. Eineargwöhnige Person; ihre argwöhnischen Besorgnisse.

Soupconniren (spr. supßonniren), argwöhnen.

Soupe oder Souper (spr. Supch), i. das Abendbrot; derbescheidenste Ausdruck für die geringste Art des Abend-essens, wofür man auch ein Butterbrot sagt; 2. dasAbend-essen, wobei man sich schon etwas größere Zube-reitung , aber doch immer nichts ungewöhnliches oderfestliches denkt; 3. Abendmahlzeit und Abendmahl,welche den Nebenbegriff des Feierlichen erregen; dochwird das erste auch ohne diesen Nebenbegriff, und dasletzte fast nur von dem Bekenntnißmahle der Christen ge-braucht. S. Diner.

Soupiren ( spr. fuppiren ); zu Abend essen,' das Abend-brot oder die Abendmahlzeit einnehmen. Es wird aberauch zuweilen für Suppe essen gebraucht. Für dieseBedeutung hat jemand in der Minerva versucht, demZwitterworte die Deutsche Form zu geben und suppendafür zu sagen.Ein blecherner Becher, aus dem wirtranken, supptcn und^die Bärte einseiften."

Souple (fpr. supl), geschmeidig.

Soupierte (fpr. Supleff'), die Geschmeidigkeit.

Sourdine (fpr. Surdine). S. Sordino.

Souteniren (fpr. suteniren), 1. unterstützen; 2. be-haupten.

Souterrain (fpr. Suterräng). In einem Gedichte in denHören, überschrieben: der Pilger, wird Erdgeschoßfür Souterrain gebraucht:

Bis zu den Zofen unterm Dach,

Und selbst ins Erdgeschoß zu wallen ;allein das ist, was die Franzosen Rezdechausee, wirDeutschen hingegen die erste Etage nennen. Unter-erd-geschoß, welches ich ehemahls vorschlug , ist etwas langund unbchülflich; sonst aber, so viel ich sehe, dem Be-griffe angemessen. Wir haben aber Kellergeschoß, wel-ches noch besser Und, in einigen Gegenden wenigstens,schon gebräuchlich ist. Ad. hat es ohne alle Bezeich-nung, als ein allgemein gebräuchliches Wort aufgeführt.

Soutien (spr. Sutiäng), die Stütze, der Beistand, dieUnterstützung. G öthe gebraucht auch das WortHaltin diesem Sinne:Bei dem Todten (Hamlets Vater)ist keine Hülfe, und bei der Lebendigen (seiner Mut-ter) kein Halt."

Land.

Souv Spal 241

Souvenir (fpr. Suwenir), 1. ein Gcdachtnißbüchlein;2. ein Andenken, d. i. ein Geschenk, wobei der Em-pfänger des Gebers gedenken soll.

Souverain (spr. Suwcräng ), 1. als Beiwort, unum-schränkt oder unbeschrankt, oberherrlich. Die oberherr-liche Gewalt, die unbeschränkte Herrschaft. Leibnitzhat in den wenigen Deutschen Zeilen, die von ihm nochübrig sind, auch freiherrschcnder König, für §ouve-rainer, gesagt. 2. Als Sachwert (Substantiv), einunumschränkter Herr oder Fürst, der Dberhcrr. Indem Titel, den Rußlands Beherrscher sich beigelegt ha-ben, wird Souverain durch Selbstherrscher gegeben:Selbstherrscher aller Reußen. Allein mit diesem Aus»

. drucke sollte eigentlich nur ein Herrscher bezeichnet wer-den. der (was bei den Unumschränkten nicht immer derFall zu sein pflegt) das Staatsruder selbst führt, eSNicht andern Händen anvertraut, und den man Gri»

rhifch Autocrator nennt. Oft kann man Fürst, König,Kaiser u. s. f. schlechthin dafür setzen.

5 ouverainitd (spr Suweräniteh), wofür man in Deut-schen Suweränität hört, die oberste oder unbeschränkteStaatsgewalt, mit Einem Worte, die Dberstaatsge-walt. Auch die Dberherrlichkeit. Der Dichter Falkhat dieses letzte Wort für Souverain gebraucht:

Ihr seht, wie alles Fleisch, vvm Leu bis zum

Insekt,

DicOberherrlichkcit der Schöpfung beißt und neckt.Bei einigen neuern Schriftstellern habe ich ÜbermachtUnd bei dem Dichter V o ß Dbmacht dafür gefunden:Aber ein heiligeres, hochherzig denkendes WesenFehlt' annoch, das beherrschen die andern könnte

mit Obmacht.

Auch der Ausdruck, Machtvollkommenheit, wird fürSouverainität gebraucht. Rüdiger hat Grundge-walt dafür beliebt.Die Grundgewalt des Volkes imStaate."

Spadille (spr. Spadillje), der höchste Trumpf im L'hom-brespiele, das Eigne-As, in unserer VolksspracheSchüppen- oder Spatendaus genannt. Der Name Spa-dille ist, nach einigen, ,von dem Spanischen WorteEspadella, der Degen, entlehnt, weil in Spanien die-se Karte, wenigstens ehemahls, mit dem Bilde einesDegens bezeichnet war; nach andern von dem Spani-schen Spado, der Spaten, weil das Bild dieser Kar-te, einen Spaten vorstellt.

Spallier, ein Baumgeländer, d. i. ein Gerüst von Latten-werk, woran die niedrigstämmigen Bäume gezogen wer-den. Ein Spallierbaum, ein Geländerbaum. Mauer-gitter, welches Vollbeding für Spallier angesetzthat, scheint nicht zu passen; denn theils ist es kein Git-ter, theils gibt es der Spalliere viele, welche sich nichtan Mauern lehnen.-

Hh Spai-