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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
211
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entsagen oder wie widersprechen verstand. --A d. wei-

set nach, daß entsprechen ehemahls im O. D. 1. lang-nen, 2. antworten bedeutet habe. In dieser letzten Be-deutung soll es in Wurstiscns Baseler Chronik vor-kommen. Ich habe keine Gelegenheit, die Stelle nach-zusehen ; aber ich bin sehr geneigt zu glauben, man wer-de bei genauerer Untersuchung finden, daß darin nichtvon antworten überhaupt, sondern von einem abläug-nenden oder widerlegenden Antworten, also von wider-sprechen die Rede sei. Dann aber würden beide veral-tete Bedeutungen mit der Natur und Kraft der Vorsilbeent völlig übereinkommen, weil alsdann bei beiden derBegriff weg (wegsprechen), welcher bei den allermei-sten Wörtern mit ent hervorsticht, vollkommen sichtbarsein würde.

Zur Empfehlung des bessern Worts antworten fürdie Bedeutung des fehlerhaften entsprechen dient nochdie Bemerkung: daß dieses Wort ursprünglich etwaswiedergeben, zurückgeben, darstellen bedeutete. NachA d. Herleitung kommt es von dein alten wara her,welches unter andern auch überliefern und verkündigenausdruckte. Diese Abstammung und Bedeutung sind inüberantworten, für übergeben oder überliefern, nochganz sichtbar. Auch sagen wir noch jetzt: wie man inden Wald schreiet, so antwortet er, wo keine Antwortim eigentlichen Sinne, sondern ein bloßes Zurückgebendes Hineingerufenen gemeint wird. Hier sagt es offen-bar so viel als ansprechen. Eben so wird auch das Sach-wort, die Antwort, in dem alten Froschmäuslergebraucht:

Daß die Stimmen gen Himmel klungen.

Und im Wasser der WicderhallSein' Antwort gab mit Freudenschall.

Wem daran liegt, etwas ausführlicheres hierüber zulesen, der sehe Beitrage zur weit. Ausbild. der Deut-schen Sprache III. / 6 , und VI. 1Z2.

Repöniren, wieder hinstellen oder hinlegen.

Reposeiren, wiederfodern.

Repositorium , ein aus Brettern zusammengeschlagenesFachwerk, um Bücher oder andere Sachen aufzustellen.Wenn es zum Aufstellen der Bücher gebraucht wird, sohaben wir Bücherbrett und Bücherbord dafür. Wer-den Kaufmannswaaren in die Fächer desselben gelegtoder gestellt, so können wir Waarenbrett dafür sagen.Dient es endlich zum Aufstellen des Küchcngefchirrsund ähnlicher Dinge: so paßt der Name Geschirr-brett dafür. Man hat auch, besonders in N. D., dasWort Riole; allein wenn gleich dieses mit Reihe, N.D. Rige, Eines Ursprungs zu sein scheint: so bewei-set doch die uns fremde Endung, daß wir es zunächstaus dem Französischen haben, wo es Rigole lautet.Indeß hat unser Voß, der doch sonst der Sprachmen-gerci nicht hold ist, es zu gebrauchen kein Bedenken ge-

Repr

tragen, vermuthlich weil er in der HolsteinischenVolkssprache fand:

Dort auf der kleinen Riole.

Ein anderer, und zwar echkdeutscher Ausdruck, der sichin der N. D. Mund-art findet, auch in Englischen undHolländischen sich erhalten hat, ist Rack, vermuthlichvon recken, ausdehnen. Man hat (S. Brcm. Wörrerb.)Glaserack, zum Aufstellen der Gläser, Theerack, fürdie Lheekassen, Kleiderrack, ein Brcrr mit Haken, die

- Kleider aufzuhängen.

Repou 88 iren(spr. rcpuffircn), zurücktreiben, zurückdrän-gen und zurückdrücken. Das letzte ist seit einiger Zeitin der Kricgcösprachc besonders häufig gebraucht worden.

Repräsentant, der Stellvertreter.

Repräsentation, 1. die Aufführung, Darstellung oderVorstellung eines Bühnenstücks 2. die Vertretung oderStellvertretung; auch die stellvertretende Würde unddie Stellvertreter selbst, insofern von allen zusammen-genommen geredet wird. Die Holländer sagen Verte-gemvoordiger, Vergegenwärtiget, dafür, weil der-jenige, der eines Andern Stelle vertritt, ihn gleichsamvergegenwärtiget oder als gegenwärtig darstellt.

Repräsentativ , vertretend. Eine vertretende (repräsen-tative) Staatsgewalt, ist eine solche, die nur vermöge 'einer vom Volke selbst ertheilten Vollmacht wirkt.

Repräsentiren, 1. aufführen oder darstellen; 2. vertre-ten; 3 . sich wichtig machen, sich Bedeutsamkeit oderWichtigkeit zu geben suchen. Zum Beweise, daß selbstgebildete und gelehrte Deutsche oft nicht wissen, in wel-chem bestimmten Sinne die vieldeutigen fremden Wör-ter, in welche man so verliebt ist, jedesmahl zuch?mcn sind, dient folgende Stelle, in welcher Herderdas Wort repräsentiren in der letzten hier angegebe-nen Bedeutung gebraucht, und dabei durch einen seinerFreunde durch die Frage unterbrochen wird: was erdamit eigentlich sagen wolle?Dahin gehört auch, dassdiese Nation (die Französische) gern repräsentirt. Washeißt hier repräsentiren ? fragte unser Freund. Ich ant-worte: aus sich selbst etwas machen, sich werth halten,und ein natürliches Bestreben äußern, daß auch andereunsern Werth anerkennen. Mit einem Worte: sich ihmvorstellen, vorspiegeln." Diese letzte Urberfttzung desWorts gehört nicht zu hen glücklichsten. Die von miroben unter 3 . angegebenen scheinen den Begriff deutli-cher und unserm Sprachgebrauche gemäßer zu bezeichnen.

Reprehendi ren, tadeln, ahnden.

Reprehension, das Tadeln, die Ahndung.

Repressalien. Äd. hat Gegengewalt dafür. Um denUcbellaut des dreimahl wiederholten ge zu vermeiden,könnte man Rückgewalt, wie Rücksprache, Rückwir-kung u. s. f. sagen. Es ist beschlossen, Rückgewalt zugebrauchen. In vielen Fällen kann auch Wiedervergel-tung dafür gebraucht werden. Rüdiger hat Gegen-Dd 2 thätlich-

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