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2 (1808) F - Z
Entstehung
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203
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Refo - Refii

Reformation, im Allgemeinen, die Verbesserung; naherbestimmt bald die Lehrverbesserung, bald die Kirchen-Verbesserung.

Reformator, ein Verbesseret.

Reformiren, verbessern.

Reformirte, sind Calviner, d. i. Genossen der Calvin-schen Glaubenslehre.

Refraction, die Strahlenbrechung, der Strahlenbruch.

Refrain (spr. Rcsrang). In den Französischen Wörterbü-chern pflegt dis Wort durch Schlußreim übersetzt zusein; wobei aber das Wort Reim für Vers, ja oft so-gar für Doppelvers genommen werden muß: weil derRefrain entweder aus einem oder zwei Versen, ja zu-weilen aus vieren besteht, welche bei jedem Absätze ei-nes Liedes wiederholt werden. Hiezu kommt, daß manunter Schlußvers eher einen Vers, der das ganze Stückbeschließt, als einen solchen verstehen würde, der nurdas Ende eines Absatzes ausmacht und am Schlüsse ei-nes andern Absatzes wiederkehrt. Es dürste daher bessersein, entweder die Wiederkehr oder der Wiederhoh-lungssatz dafür zu sagen. Man könnte auch das alteRingelreim, so wie für Ritoruell, in der Tonkunst,Ringelsatz, sagen, und Ringelgedicht für Roudeau.

Refrigerantia, kühlende Mittel, mit Einem Worte,Kühlmittel.

Reirigeration, die Abkühlung, die Erkaltung, das Ab-kühlen, das Erkalten.

Refroidiren (spr. refroadiren), abkühlen, und mit sichverbunden, sich erkalten und erkalten, wofür die Dich-ter auch wol das einfache kalten gebrauchen:

Daß nicht kalte der Fuß.

Voß.

Refugie (spr. Refügieh), ein Flüchtling. Man begreiftaber unter diesem Worte insonderheit diejenigen Franzo-sen, welche unter Ludewig XIV. ihres Glaubens we-gen aus Frankreich fliehen mußten. M plins hat da-her Glaubensflüchtling dafür gesagt. 4

Refugium, die Zuflucht, derZufluchts-ort.

Refundiren, eigentlich wieder eingießen oder zurückgießen.Es kommt aber nur uneigentlich für zurückgeben oderwieder-ersiatten vor, z. B. eine aus der Kasse genomme-ne Summe.

Refus (spr. Refüh), die abschlägige Antwort. Die N. D.Mund-art kann diesen Begriff mit Einem Worte aus-drucken ; ein Neinwort (Neeword). Da wir in der all-gemeinen Deutschen Sprache schon den Ausdruck Ja-wort haben: so scheint es thunlich und nützlich zu sein,auch das Gegentheil davon, Ncinwort, aufzunehmen.Statt des Jaworts, welches man von ihr verlangte,gab sie ein Neinwort.

Refusiren (spr. refüsircn), abschlagen und ausschlagen,ablehnen und verbitten. Diese Deutschen Wörter bedeu-ten zwar dem Hauptbegriffe nach einerlei, aber sie sind,

Refu Regi 20z

dem Grade der Höflichkeit nach, sehr verschieden. Manschlagt Bitten ab und Anerbieten aus kurzweg, ohneGründe oder Entschuldigungen anzuführen. Mit Grün-den und Entschuldigungen lehnt man ab; und will mannoch höflicher sein, so verbittet man, welches den Ne-benbegriff mit sich führt, daß wir dabei bitten unsereWeigerung nicht übel zu deuten. Zuweilen paßt auchweigern und verweigern dafür, welche, ohne Beisatz ge-braucht, gleichfalls auf eine abschlägige Antwort ohneGründe und Entschuldigung deuten.

Refutation, die Widerlegung.

Refutiren , widerlegen.

Regal, 1. eine Art von Orgel oder Pfeifenspiel, Schnarr-werk genannt; 2. in den gewöhnlichen Orgeln die so-genannte Menschenstimme; 3. eben das, was mansonst auch Repositorium nennt S. dieses.

Regalien, die Hochheitsrechte, ober- oder landesherrli-che Gerechtsame.

Regaliren, bewirthen, bedienen.

Regalpapier. S. Imperialpapicr.

Regard (spr. Regahr), eigentlich der Blick oder Anblick.

Xu regard de, in Ansehung des u. s. w. in Derglci-chung mit u. s. w., in Hinsicht oder Rücksicht aus, inBetracht des u. s. w.

Regardiren, ansehen, bemerken, betrachten, ausetwassehen. Wenn ich auch daraus jetzt nicht sehen oder nichtRücksicht nehmen wollte.

Regel, kann für eingebürgert gelten, weil es DeutschenKlang hat, und schon in der Volkssprache lebt. Sonst /haben wir freilich auch Vorschrift und Richtschnur, wel-che eben denselben Begriff bezeichnen. Regel cke tri (re-gula de tribus), in der Zahlenlehre, der Dreisatz,die dreisatzige Regel oder die Regel des Dreisatzes.

B urj a. Sonst auch dieVerhaltnißregel. Regula quiu-que, regula septem , der Fünfsatz, der Siebensatz.Burja.

Regenee (spr. Regangß), die Verwaltung des Reichsdurch einen Verweser, bis zur Volljährigkeit des jungenKönigs. Man hat Regentschaft dafür gesagt: alleinRegent ist selbst nicht Deutsch; also lieber die Reichs-verwaltung.

Regeneration, die Wiedergeburt.

Regeneriren, wiedergebahren, erneuern, umschaffen.

Regent, der Reichsverweser, d. i. derjenige, der biszur Volljährigkeit des jungen KvnigS die Herrschaft inseinem Namen ausübt.

Regie (spr. Regih), die Verwaltung. Man denkt aberdie nähere Bestimmung hinzu, die Verwaltung einesHandlungszweiges, z. B. des Tabacksverkaufs, aufRechnung des Fürsten, und kann in bestimmten Fäl-len Tabacksverwaltung, Salzverwaltung, Holzverwal-tung u> s. w. dafür sagen.

Cc 2

Regie-