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2 (1808) F - Z
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Recensent, der Beurtheiler oder Anzeiger; der Buch-oder Schrift-anzeiger, Schrift-beurcheiler. Andere ha-ben Bücherrichter dafür beliebt:Scharfrichter könn-ten unter andern auch diejenigen Bücherrichter heißenu. s. tv." Der Fortsetzer der Licht e nb e rgi schen Er-klärungen der Hogartifchen Kupferstiche. Im Spott magdiese Benennung hingehen; sonst mögen die Recensen-ten sich erinnern, daß nicht ihnen, sondern der Lesewelt(dem Publicum) das Richt-amt zusteht. Sie selbst sol-len bloß die Berichtsteller (Referenten) sein.

Recensiren, anzeigen, beurtheilen.

Recepisse, ein Empfangsschein.

Recept, eine Arzeneiverschreibung. Stiel er hat Ar-zeneizettel dafür. Oft aber wird auch nur eine Vor-schrift, z. B. die Zubereitung einer gewissen Speise be-treffend , darunter verstanden.

Reception, die Aufnahme.

Receptivität, die Empfänglichkeit, d. i. die Fähigkeitetwas anzunehmen.

Recess, i. ein Rückstand nicht bezahlter Gelder; 2. einVergleich oder Abschluß; wofür man auch Abschiedsagt, z. B. Reichstags-abschied, Landtags-abschied, d.j. endliche Beschlüsse, endliches Uebereinkommen desReichstages oder des Landtages. Erbreceß, ein Erb-vcrtrag.

Recessiren, einen endlichen Vergleich oder Vertrag, ei-nen Schlußvertrag errichten.

Recherche (spr. Reschcrsch'), dik Untersuchung, die Vach-suchung.

Recherchken (spr. rescherschiren), nachforschen, nach-suchen.

Recherchirt, gesucht. Er ist sehr gesucht, d.i. man willihn überall gern bei sich haben; man drängt sich ihman. Er redet in gesuchten Ausdrücken.

Reeidiv, der Rückfall in eine Krankheit, der neue An-fall oder Anstoß.

Recipe, nimm. Dis bedeutet das R. auf den Arzenei-verschreibungen der Aerzte.

Rechnendes, der Aufzunehmende, d. i. derjenige, derin eine Gesellschaft, in einen Orden u. s. w. aufgenom-men werden soll.

Recipient, 1. der Aufnehmer, der Empfänger; 2. dieKlocke über der Luftpumpe, worein dasjenige gebrachtwird, womit man Versuche anstellen will; das Pum-pen- oder Luftpumpenglas, die Luftpumpen-Klocke.Wenn die Luftpumpe vorher schon genannt ist, so kön-nen wir die Klocke schlechtweg dafür sagen.

Recipiren, aufnehmen, z. B. in eine Gesellschaft; neh-men oder einnehmen, z. B. eine Arzenei.

ReciprocatiOn, die Wechsessweise.In dem Vertrage,den beide über die einander zu leistenden Dienste errich-tet haben, ist festgesetzt worden, daß eine vollkommeneWechselsweise dabei Statt finden soff."

Reciproce, wechselseitig, gegenseitig. .

Reciprociren, erwiedern, z.B. einen Gruß, eine Dienst-leistung.

Reciprocum, nämlich verbum, in der Sprachlehre;ein Wort, wodurch eine Handlung bezeichnet wird, wel-che als zurückwirkend auf diejenige Person selbst, wor-auf das Wort sich bezieht, gedacht wird; B. mich friert, er entfernt sich u.s. w. Einige ältere Sprachleh-rer haben es durch zurückkehrendes Zeitwort verdeutscht.Andere haben lieber rückgängiges, und wiederum An-dere zurückwirkendes Zeitwort dafür sagen wollen. Al-lein alle diese Ausdrücke bezeichnen mehr die Handlung,welche durch ein solches Wort ausgedruckt werden soll,als das Wort selbst; denn nur jene ist zurückkehrendoder zurückwirkend, nicht dieses. Sollte Rückwirkungs-wort oder auch zurückdeutendes, verkürzt, rückdeuten-des Zeitwort nicht passender sein?

Reciproque (spr. reciprook), wechselseitig, gegenseitig;in der Sprachlehre rückwirkend oder besser rückdeutend.S. das vorhergehende.

Recitation, das Hersagen, der Vortrag eines Gedichts,eines Aufsatzes.

Recitativ, ein Mittelding zwischen Rede und Gesang inden Singspielen. Der Schauspieldirekter Gro ß mannglaubte daher, ihm die Deutsche Benennung Sprach-sang geben zu dürfen. Allein die Aehnlichkeit der Aus-drücke: Sprachlehre, Sprachregel, Sprachrichtigkeit,Sprachschönheit, Sprachfehler u. s. w. würde verlei-ten, dabei eher an einen Gesang der Sprache, als aneinen solchen zu denken, der halb gesprochen, halb ge-sungen wird. Man müßte daher lieber Sprschsang sa-gen, welches einen Gesang bedeuten kann, welcher ge-sprochen wird. Gegen Redesang, welches ich ehemahlsmit in Vorschlag brachte, wandte Eschenburg ein:daß man es leicht von einem schlechten, singenden Vor-trage der gemeinen Rede verstehen könnte. GottschedsUeberfetzung durch das Redende verdient kaum ange-führt zu werden.

Recitireu, hersagen, vortragen. ,

Reclamation, die Zurückfoderung.

R.eclamiren, zurückfedern.

Recludiren, ausschließen, eröffnen.

Recognition, dir Anerkennung, das Anerkennen. Re-cognitionsgeli)er, sind Anerkennungsgelder, d. i. sol-che, welche der Erbpächter dem Grundherrn als einMerkmahl geben muß, daß er das Grund-eigenthums-recht desselben anerkenne. In der Kantifchen Schulewird auch von einer Recognition im Begriffe geredet,und darunter das Bewußtsein verstanden, daß das, waswir denken , ebendasselbe sei, was wir zuvor dachten.

Recognosciren, 1. in der Kriegessprache, spähen undausspähen, ausforschen. Luther hat erkunden da-für:Die das LandEanaan erkunden." 4. Mos. 13, 3 .2. Anerkennen.

Recol-