Rama
Ranc
Rand
Rape
hen, daß ich das Wort vernünfteln nicht, wie er, fürein bloßes Nachahmungswort, sondern, dem Sprachge-brauche gemäß, vielmehr für ein Verkleinerungswortnehme. Es kann also auch, meiner Meinung nach, nichtfür deraisonniren gebraucht werden, sondern wir müs-sen für dieses unvcrnünfteln sagen, llnvernunsten hießeganz unvernünftig schwatzen; dieses geschieht aber beimDeraisonniren gerade nicht. Der Deraisonnirende gehtzwar beigem, was vernünftig ist, vorbei und fucht et-was unvernünftiges für vernünftig gelten zu machen,aber er thut es auf eine Weise, die der Vernunft ge-mäß zusein scheint, durch Scheiugründe nämlich undfalsche Schlüsse. Er zeigt sich also nur halb unvernünf-tig, d. i. er unvcrnünftelt .oder unsinnelt. Dis letzteWart verdient, neben jenem allgemeiner bekannt zu«erden. —• So wie man nun, wie mir es scheint, un-vernünfteln für deraisonniren wirklich sagen kann: sokönnte man auch das Sachwert Deraisomiement durchUnvernünftelei verdeutschen. — Wenn übrigens Der#unnften für raisonniren , in guter Bedeutung, ge-bräuchlicher werden sollte, so könnte man für derai-soimiren (in Scherz, versteht, sich) auch wol beiweg-vernunften oder beiwegvernünfteln sagen. Das letzte ha-be ich unken (S. Revolution) gebraucht: Ein merk-würdiges Beispiel, wie sehr auch große Sprachlehrer,aus vorgefaßter Meinung, zuweilen beiwegvernünftelnkönnen!
P e t e r se n merkt (in den Beitragen zur weit. Aus-bild. der Deutschen Sprache) zu deraisonniren an:daß man iN einigen Fällen auch Unvernunft schwatzendafür sagen könne. Allein bei dieser R. a. wird der Ne-benbcgrissübergangen: daß das unvernünftige Geschwätz(beim Deraisonniren) gleichwol einen Anstrich von Ver-nunft hat, oder daß die Form des vernunftmäßigenSchließcns dabei, wenigstens dem Scheine nach, beob-achtet wird.
Railiassirt, stark, nerv ich t, untersetzt.
Ramincation, die Zerthcilung oder das Auslaufen inAcsie und Zweige, z. B. einer Haupt-ader in immerkleinere Adern. In den Göttingischcn Anzeigen wurdedie Zerastelung dafür gebraucht. Man könnte aber auchwol, der Aehnlichkeitsregcl zufolge, von Ast das Zeit-wort verasten, und von diesem wiederum das Sach-wort die Betastung ableiten, so wie wir z. B. von Theil,vertheilen, und von diesem die Derthcilung gebildet ha-ben. In folgender Stelle aus Lichtenbergs nach-gelassenen Schriften würde ich das Ramification durchVerzweigung übersetzen: „Zu den feinsten Ramificatio-nen unserer Wissenschaften und Künste liegt irgendwoder Stamm in unserer Wildheit oder Barbarei." Ver#astung würde mit dem Bciwortc feinste nicht verträg-lich sein.
Rancune (spr. Rangkühn'), der Gross. Laus rancune,ohne Groll. Wir haben auch, was den Franzosen fehlt.
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ein Zeitwort für Groll empstnden oder bei sich unter-halten, nämlich grossen. Diesem schönen Worte hatAd.dreifaches Unrecht gethan: i. dadurch, daß er es zu ei-nem landschaftlichen Worte macht, und es in die Spra-che des gemeinen Lebens verweiset, da es doch auch inunserer Schriftsprache längst gebräuchlich ist, und es zusein so sehr verdient; 2. durch unrichtige AngabeseinerForm, indem er es als ein Thatzeitwort (Verbumactivum) aufführt, da es doch vielmehr als ein Mit-tclzeitwort (Neutrum) üblich ist. Man sagt nicht (wieAd. anführt): diese Behandlung grollt ihn, sondern, er. grollt über die Behandlung; g. dadurch, daß er ihmeine unrichtige Bedeutung zuschrieb. Es bedeuter näm-lich nicht: bittere Empfindung des heimlichen Zorns er-regen, sondern, dergleichen Empfindung haben, bei sichunterhalten. Er ist gewohnt, sagt man, lange zu grol-len, und, das Grollen und Schmollen ist meiner Ge-müthsart ganz zuwider. Es ist ein klangnachahmendesWort, und wird daher auch uneigentlich in folgendenVerbindungen gebraucht: der Tauber grollt; der grol-lende Donner; das grollende Meer. Kosegarren.
Der Sturm erwacht; die Wogen grollen.
Ebenders.
Randglosse, eine Rand-erklarung, Randbemerkung;und uneigentlich genommen, Anmerkung schlechtweg. Z.B. Er macht Anmerkungen ((Rossen) darüber.
Rangiren (spr. raugiren), ordnen, anordnen, in Ord-nung stellen. Das Sachwort, der Rang, kann, daes unsere Sprach-ähnlichkeit nicht beleidiget, für einge-bürgert gelten, ungeachtet es einst in öffentlicher Reichs-versammlung das Schicksal hatte, für ein undeulscheSWort erklärt, und als ein solches ausgestoßen zu wer-den. Bei der Römischen Königswahl nämlich, welcher6Z8 angestellt wurde, bemerkte Kurbrandcnburg: „Esbefänden sich in einem gewissen Entwürfe eines Artikelsdie Worte Rang und Posten, welche weder Lateinischnoch Deutsch wären; und weil die Kaiser nur auf dieLateinische und Deutsche Sprache schwören müßten, somüßten diese Wörter geändert werden." Diesem Ver-langen zufolge wurden sie denn auch wirklich ausgestri-chen, und man setzte das echrdeutsche Wort Stelle da-für. Schade, daß unsere Reichsstände dieses Zartgefühlfür Sprachrcinigkeit nicht immer bewiesen haben.
Rangirung (spr. Rangirung), das Drdnen.
Ranzion , das Lösegeld.
Ranzioniren, auslösen, loskaufen, durch Erlegung desLösegeldes befreien.
Rape, im Deutschen hörtman Rappeh, geriebener Schnupf-taback, Reibtaback. Die Rappe, das Reibeisen. Ra-piren, rctbrn.
Rapell oder Rappell, die Zurückberufung, bezeichnetdie Handlung des Zurückberufens, nicht das Schrei-ben, worin jemand zurückberufen wird. Also das Zu-Bb 3 rückbe-