*83
Pude
Pune
Puni
Puri
Darlegung) zur Empsindclei." Ost kann man auch dieLeute, oft man dafür setzen; z. B. Was werden dieLeute (das Publicum) dazu sagen? Man (das Pu-blicum) hat es nicht gut aufgenommen. Auch die Le-ser und der Lesekreis passen oft dafür; z. B. ein Schrift-steller muß den Geschmack der Leser zu Rathe ziehen.„Aus Achtung gegen das Urtheil eines so großen, durchso viele Lander verbreiteten Lesekreises." Inder Vorre-de zur stcbenken Ausgabe des jüngern Robinsons.
Pudenda , die Schamtheile.
Pueril, kindisch, knabcnmäßig.
Puerilität, das kindische Wesen, die Knabenartigkeit.
Puissanee (spr. Püissangß'), die Macht. Die Europäi-schen Mächte/
Pulmonie, die Lungensucht.
Pulpet. Pult kann für eingebürgert gelten, weil es Deut-schen Klang hat, und schon in der Volkssprache lebt.Sonst hat Kinderling auch den Ausdruck Hänge-tisch dafür gebildet. Man könnte guch Schreiblehne,Notenlehne und Notengestell dafür sagen. — H e y n atzhat dis letzte gebilligct; und Mylius, der Uebersetzerdes Faschingskindcs, einer Französischen Geschichtsdich-tung, hat es gebraucht.
Puls, in sofern die Ader (arteria) selbst gemeint wird,die Schlag-ader; in sofern aber das Schlagen (Pulsi-
- ren) derselben ausgedruckt werden soll, der Aderschlag.Uebrigcns ist Puls selbst der Deutschen Sprach-ahnlich-keit gemäß, und schon in die Volkssprache übergegangen.
Pulsation, das Schlagen.
Pulsiren, schlagen.
Pulverisiren, pulvern oder pulvern, z. B. gepulvertesHirschhorn. Pulver ist schon längst eingebürgert.
Punetation, der Entwurf, der Vertragspunkt.
Punetiren, punkten und bepunktcn, tupfen und betu-pfen, auch tüpfeln; N. D. stippen und bestippen. Ge-tupfter , oder getüpfelter Grund. Auspunctiren, durchWahrsagerkünste ausfindig machen; allgemeiner, aus-gattern. In punctirter IVlanier, in gepunkteter, ge-stippter oder getüpfelter Art. Pnnctirte Noten, in derTonkunst, bcpunktete, deren Geltung durch einen bei-gesetzten Punkt um die Hälfte verlängert ist. Eschen-burg. ^
Punetuell, pünktlich.
Punctum, der Punkt. Dieses ist zwar aus jenem gebil-det, aber eingebürgert. Luther bat Titel dafür, wo-für man in N. D. Tittel oder Tüttel, in ObersachsenTüpfel zu hören pflegt. Im Oestreichischen scheint Topfüblich zusein; wenigstens hat Po po witsch diesesWort. In N. D. hat man auch Prick dafür; daherauf den Priek so viel als pünktlich, und prickeln miteinem spitzigen Werkzeuge punktweise stechen bedeutet.Man sagt auch : in diesem Stücke f. in diesem Punkte.In puncto sexti, gegen das sechste Gebot. Puncto
debiti, dic Schuld betreffend oder in Betreff derSchuld.
Punisches Wachs. S. Eleodorisches.
Pupill oder Pupille, 1. der Mündel. Man sagte ehe-mahls auch Pflegling dafür: „Gleichermaßen müssendie in des Pfleglings Gütern vorhandenen Sachen u.s. w." Braunschweigische Vormundschaftsordnung von2689. In der Geschichtsdichtung Velleda von deinVers. des Hermann von Um na ist dieser Ausdruckerneuert worden. Das Pupillen -eollegium, dasMaisen-amt. Stenzel. Das Dbervormnndschafts-amt. Der Waifenrath. 2. Der Aug-apfel, wofür Bür-ger, paßlicher wie es scheint, Augenstern gesagt hat:
Blau ist des Augensternes Rund.
Pur, rein, klar, lauter; auch eitel, z. B. eitel Gold.Auch blank, welches A d. in die gemeinen Niedcrsachsi-schen Mund-arten verweiset, ist dafür von unsern bestenSchriftstellern gebraucht worden:
Für blanke Majestät, und weiter nichts, verbluten.
Bürger.
Kein Sternchen war mehr blink und blank.
Ebend.
Purganz , ein Abführungs - oder Reinigungsmittel.
Purgatorium, 1. das Fegefeuer; 2. Purgatorium (ju-ramentum) , der Reinigungseid.
Purgiren. Auch dieses undeuksche Wort hat, mit seinerganzen ausländischen und unreinlichen Sippschaft vonPurganz, Pnrgiermittel u.s.w. einen Platz in Adel.Wörterbuche, als ein Deutsches, gesunden; sehr unver-dienter Weise, da wir, wie jedermann weiß, die echt-deutschen und zugleich anständigern Ausdrücke: abfüh-ren, reinigen, Abführungsmittel u.s w. haben. Ueberden von Hey natz (im Antibarb.) angemerkten Unter-schied zwischen laxiren, purgiren und abführen, sieheLaxiren.
Purification, die Reinigung, Läuterung.
Purilicireu, reinigen, läutern.
Purismus, in der Sprachlehre, der Reinigungseifer,oder bestimmter, der Sprachreinigungseifer; in höh-nender Absicht gebraucht, der Reindünkel. S. Purist.Das Gegentheil ist Sprachmengerei.
Purist. In dem Sinne derer, welche diesen Ausdruck alsein Spottwort gebrauchen, hat Leibnitz (nicht Lea-sing, wie man in dem Moritzischen Wörterbuche michbehaupten läßt) es durch Reindünkler verdeutschen wol-len; allein das heißt einer der sich rein dünkt, nichteiner der die Sprache reinigen zu können oder zu müs-sen wähnt. Besser würde für diese verächtliche Bedeu-tung vielleicht Sprachseiher oder Sprachseiger sein. DaßSeiher oder Seiger auch einen Durchschlag bedeutet,thut dem Verächtlichen, welches durch diese Zusammen-setzung (nach der Absicht der Gegenfüßler des Puristen)ausgedruckt werden soll, keinen Abbruch. In milderem
Sinne