Papi
Para
Para
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Papillon (spr. Papilljong), der Schmetterling oderZwie-saltcr odcrZweifalter; in der gemeinen Sprcch-art, But-tervogel oder Sommervogcl.
Papillote (spr. Papilljotrc), der Haarwikel.
Papillotireir (spr. Papilljotiren), die Haare aufwickeln.
Papismiis, das Papstthum.
Papist, ein Anhänger des Papsts. Papst ist zwar ein-gebürgert, aber Papist kann, seiner undeutschen Endungund Betonung wegen, unserer Sprache nie einverleibtwerden. Man sollte Papstler dafür sagen; so auchPapstlerei für Papisterei.
Papisterei. S. Papist.
Papistisch. Was von dem Sachwortc Papist (S. dieses)gilt, das gilt auch von dem Beiworts Papistiscb; esist von Papst nicht nach der Aehnlichkeitsregel abgelei-tet worden, und nicht aus Deutsche Weise betont. Wirhaben zwei cchldentsche von Papst abgeleitete Beschaffen-hcitswörter, nämlich päpstlich und papstisch; allein nurdas letzte kann für papistisclr gebraucht werden, weiles, so wie dieses, Ncbenbegriffe der Mißbilligung undVerwerfung ausdruckt, welches mit päpstlich nicht derFall ist. Dieses letzte antwortet dem Französischen pa-paJ. Also die päpstliche Würde, und der papstischeKirchenglaube.
Paquet (spr. Packcht), ein Päckchen oder Pack, einBündel.
Paquetboot (spr. Packchtboot), ein Postschiff.
Parabel, 1. in der Redekunst, die Gleichnißrede; 2. inder Größenlehre, die Kegellinie^ wovon man auch ke-gellinicht für parabolisch ableiten kann.
Parabolisiren, durch Gleichnisse reden.
Paraebronismus, ein Zeitrechnungsfehler, ein Zeitirr-thum, ein Zeitverstoß.
Paracbute (spr. Paraschühk'), ein Fallschirm.
Parade, das Gepränge, und in Zusammensetzungen, diePracht, spöttisch der Prunk; z. B. Prachtbette, Prunk-zimmer, Prachtpferd, für Paradebcltc, Paradczim-mer, Paradepftrd. Zuweilen können wir auch Zusam-mensetzungen mit Staat dafür machen, z. B. Staats-wagen, in Spott Prunkwagen. So auch prangen,spöttisch, prunken und prachten, für, Parade mit et-was machen. Das letzte (prachten) hat Stieler, abernur in dem Wortverzeichnisse. Da, wo es in dem Wer-ke selbst stehen sollte, ist es ausgelassen. Für Wacht-parade habe ich Wacht-aufzug, RüdigerWachschau(nach Heerschau gebildet) vorgeschlagen. Ein eingescho-nes t — Wachtschau —würde die Aussprache erleichtern.
Paradies. Dieses Wort, welches nach einigen ursprüng-lich, einen Thiergarten bedeutete, kann jetzt, nachdemes so lange schon in die Volkssprache übergegangen ist,nicht mehr verstoßen werden ; allein das darf uns dochkeinesweges abhalten, ein ihm antwortendes echtdeut-sches Wort, welches Nvtker (S. Ad.) und anderealtdeutsche Schriftsteller dafür gebrauchten , der Verges-
senheit zu entreißen, und es neben jenem, besondersznm dichterischen Gebrauche in dieser Sammlung aufzu-stellen. Es heißt Wvnnegarten (Vunnogartin), auchWouneftld, wofür wir jetzt lieber die Wonnegestldesagen würden. .
Paradigma, in der Sprachlehre, ein Vorbild, Mu-ster, ober Musterwvrt. Heynatz zieht die beiden letz-ten vor.
Paradireu, prangen, oder Gepränge machen, spöttisch,prunken. Stutz sagt: „Von dem N. D. SachwertePrunk ist das Zeitwort prunken da; könnte nicht ebenfowol von Pracht prachten gebildet werden? (Warumnicht?) Ein besseres Mittel, der anstößigen Zeitwörterauf irrn loszuwerden, wird sich kaum finden lassen."Man wird bemerken, daß ich dieses Mittel in gegen-wärtigem Wörterbuche oft gebraucht, und z. B. stolzenf. stolzircn, buchstaben f. buchstabircn, spenden f. spen-diren u. f. w. angesetzt habe, welches in vielen Fallenum so weniger bedenklich ist, da man häufig nachweisenkann, daß die echtdcutschc Form jener Zeitwörter al-ter ist, als die Zwittersorm. Warum sollte man (be-sonders da, wo unserer Absicht nach, prangenden Be-griff nicht grell genug, prunken hingegen zu grell be-zeichnen würde) nicht auch prachten sagen dürfen? DisWort wird übrigens hier nicht zum erstenmahl in Vor-schlag gebracht. S. Parade.
Paradox, buchstäblich übersetzt, lehrwidrig; wir denkenuns aber sonderbar, abweichend, seltsam dabei. Einparadoxer Mann würde sich durch Meinungssonderlingverdeutschen lassen.
Paradoxis, die Denk- oder Meinungssonderbarkeit.
Paradoxomanie, das Sondcrbarkeits - oder Seltsam-keiksfieber.
Paradoxon. In den Paradoxen des Predigers von Ber-gefeld (einem verkannten trefflichen kleinen Buche) wirdSonderlingsmeinung dafür gesagt. Man könnte es auchwol durch Lehr- Meinungs- oder Denksonderbarkeitverdeutschen. Zuweilen dürfte Grille odör Sonderbar-keit, ohne nähere Bestimmung, hinreichend dafür fein.Luther hat die 7 ra%ado£x Luc. 5, 26. durch seltsameDinge übersetzt; wofür er aber besser Seltsamkeitengesagt haben würde. Widersinn, welches Catel fürParadoxon angesetzt hat, sagt zu viel. Ein paradoxerSatz kann sehr gegründet sein; und ist in diesem Fallealso nur Scheinwidersinn.
Paraenesis, die Rust-anwendung, die Ermahnung; auchdie Ermahnungsrede, oder der Erbauungsvortrag.
Paraenetiseb, ermahnend, erbaulich. Wir können auchZusammensetzungen mit Erbauung machen, z. B. Er-bauungsschristen, für, paränetische.
Parafoudre (spr. Parafuder), oder Paratonnere (spr.Paralonnahr'), ein Blist-ableicer. Oft versteht manaber unter jenen Französischen Ausdrücken, in bestimm-terer Bedeutung, ein dergleichen Ableiter an einem Re°
, gen-