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versuchten neuen Umwälzung der Dinge im Heumonate1794, die Zeitungsschreiber noch keine Winke erhaltenhatten, wie sie diesen Versuch in ihren Blattern zu nen-nen hätten, gebrauchten sie eine Zeitlang das in diesemSinne wol noch nie gehörte Wort Aufbruch, vermuth-lich um es vor der Hand unentschieden zu lassen, obes ein rechtmäßiger Ausstand oder ein strafbarer Auf-ruhr genannt werden müsse. „Der Aufbruch des Kos-ziuöko, der Aufbruch in Warschau." Sobald die be-nachbarten Mächte sich erklärt hatten, wußte man, daßes Aufruhr war, der mit HeereSmacht gedämpft wer-den mußte.
In suspen5o lassen, elwaS unentschieden lassen, etwasdahin gestellt fein lassen. In suspenso bleiben, un-ausgemacht oder zweifelhaft bleiben.
Intabesciren, schwinden, eindorren.
Intabulation, 1. das Eintragen; 2. in der Baukunstund Bildhauerei, die Vertafclung.
Intabuliren, 1. eintragen, 2. vertäfeln.
Intact, unberührt, unbefleckt oder rein.
Integrität. Gin schon gebräuchliches Deutsches Wort, wel-ches an die Stelle dieses fremden gesetzt werden könnte,ist mir nicht bekannt; wir müssen uns daher, bis einsolches wird gefunden sein, der Umschreibung bedienen.Für: „Se. Kaiser!. Majestät fodern die Reichsständeauf, die Integrität des Deutschen Reichs zu erhaltenwie es neulich in den Zeitungen hieß, hätte man sagenkönnen: „Sc. Kais. Majest. fodern die Stände auf, dieZerstückelung des Deutschen Reichs zu verhindern," oder,„darüber zu halten, daß das Deutsche Reich, nach al-len seinen Theilen ganz und unzerstückelt oder unzerris-sen bleibe." Was könnte uns aber hindern, von ganzdas Sachwert die Ganzheit dafür zu bilden? „Se.Majest. fodern die Stände auf, die Ganzheit des D.R.zu erhalten."
Intelleetuai, kommt nur in Zusammensetzungen vor; z.B. lutcllcctualplulosopbcn, d. i. solche, welche be-haupten , daß die Sinne uns nichts als Schein zufüh-ren , und daß der Verstand allein das Wahre erkennt.Wenn es einmahl für unumgänglich nöthig gehaltenwird, den Leuten um jeder besondern Meinung willeneinen besondern Namen beizulegen, so könnte man die-se, jcnachdcm man mit oder ohne Spott von ihnen re-den will, Derstandesritter oder Verstandesweisen nen-nen»
Intelleetnell, kann bald durch verständig oder verstand-rcech , bald durch Zusammensetzungen mit Verstand ge-geben werden. Wenn z. B. Herder in seinem Buchezur Beförderung der Menschenthümlichkcit (Huma-nität) schreibt: „So wenig der intellectuellste Euro-päer der Pflanzen und Thierkräste entbehren kann, sowenig ermangelt irgend eine Person des Verstandes;"so sehe ich nicht ein, was ihn hätte abhalten können,dafür der verständigste oder verstandreichste Europäer
zu setzen. Wenn ferner eben dieser Schriftsteller in ebendemselben Werke an mehr als Einer Stelle von denintellectueilen Kräften der Menschen redet: so hätteer dafür füglich den Deutschen Ausdruck, Vcrstandes-krafte, gebrauchen können. Eben dieser Schriftstellerhat für den Ausdruck, das Jntellcctuelle, in einem neu-ern Werke (der Metacritic) die Ableitung, das Ver-standhafte, gebildet: „Bloß Mißvcrständniß seiner selbstund skeptischer Schlummer wars, wenn Hume dasVerstandhafte der Begriffe von Ursache und Wirkungnicht anerkennen mochte."
Intellectus, der Verstand. Leser, welche auf die muth-willigen Verunreinigungen der Sprache bei unsern be-sten Schriftstellern noch nicht aufmerksam gewesen sind,werden geneigt sein, bei diesem, so wie bei ähnlichenWörtern, dem Vcrf. Schuld zu geben, daß er Frcmd-heiten aufführe, deren, in unsern Tagen wenigstens,kein Deutscher Schriftsteller sich mehr schuldig mache.Diese muß ich also hier auf Herders Briefe über dieMenschenthümlichkeit (Humanität) verweisen, wo siein der zehnten Sammlung Seit. 178. lesen können:„Der reine Intellectus bedarf keines Lastthicrs."
Intelligent, einsichtig. A d. verweiset dis Wort bloß insgemeine Leben; warum? Es ist ja auch von Schrift-stellern gebraucht worden, und es verdient von ihnengebraucht zu werden, weil es ein untadelhaftes und zu-gleich unentbehrliches Wort iff „Sie und andere ein-sichtige Leute mögen urtheilen." Rüdiger. Es istvollkommen sprachrecht von Einsicht, wie nachsichtigvon Nachsicht, vorsichtig von Vorsicht, kurzsichtigvon Kurzsicht gebildet. Unentbehrlich aber ist es deswe-gen, weil einsichtsvoll, sein einziger Sinnverwandter,oft zu viel sagt.
Intelligenzblätter, find, Anzeigen. Wir haben jetzt aucheinen gelehrten Anzeiger, welcher so viel als ein ge-lehrtes Intclligenrblatt ist.
Inteliigenzcomtoir. Der £>. D. Ausdruck, Frageamt,könnte eher ein Amt, welches fragt, als ein Amt, wooder bei welchem gefragt wird, bedeuten; und verdientdaher nicht, allgemein zu werden. Nachwcisungssiubewürde dem Begriffe, den wir mit jener ausländischenBenennung verbinden, angemessener sein.
Intempestive, zur Unzeit.
Intenciiren, Willens sein, gesonnen sein, beabsichtigen,bezielen, bezwecken. Ad., welcher beziclcn billiget,verwirft bezwecken mit einer Art von Unwillen: „Ei-nige Neuere, sagt er, haben bezwecken, für bezielen,zum Endzweck haben, aufbringen wollen, aber wenigDank damit verdient." Ich kann nicht finden, daß daseine besser oder schlechter, als das andere, ist; da bei-de nach einer und eben derselben Form gebildet find.Bezwecken hat unter andern Lavate r gebraucht.
Illtension, wird der Extension entgegengesetzt, undman versteht darunter die innere Starke oder Kraft,
welche