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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
26
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Gall

Gall

Galo

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übersetzt. Kants Erklärung:Die Kunst, jemandenmit Kleinigkeiten gefällig zu werden, ohne Unbequem-lichkeit zu verursachen," ist zu enge. Sie paßt nur aufEine Art von Galanterie, die durch unfer Artigkeit hin-länglich bezeichnet wird.Für Galanterie, in der vier-ten Bedeutung genommen, können wir auch Buhlcrcisagen:Man sucht durch alle mögliche Künste und Er-findungen der sogenannten Galanterie, auf Deutsch, derBuhlerei, eure Einbildungskraft zu entzünden u.s. w."Väterlicher Rath.

Galere (spr. Galärc), ein Ruderschiff. Ein solches Schiffspannt zwar auch Segel auf; allein die schnelle Bewe-gung desselben wird doch vornehmlich durch die Ruderbewirkt. Don diesen kann man daher auch die Benen-nung hernehmen.

Galeote, eine kleine oder halbe Galere; also ein klei-nes oder halbes Rudcrschiff.

Galerie. Dieses Wort bedeutet i. einen, mit einem Ge-länder versehenen freien Gang an einem Gebäude oderKriegesschiffc; und dafür können wir Gcländergang sa-gen. Heynatz hat auch Gittergang dafür angesetzt,dem aber jener Ausdruck vorzuziehen ist, weil ein Ge-länder gewöhnlich nicht gezittert ist. 2. Einen Saaloder Gang, in welchem eine Gemähldcsammlung auf-gestellt ist; und dafür läßt sich Bildersaal oder Bil-dergang sagen. 3 . Ein großes, mit Säulen versehenesSchloßgemach, welches ein längliches Viereck zu bil-den pflegt (wie z. B. die berühmte Galerie in demSchlosse zu Versailles), wofür man ehemals (S. S u l-zers Wörtcrb. unter Galerie) Saulenlaube sagte,jetzt aber, da Laube in dieser Bedeutung veraltet ist,Säulenhalle sagen kann.

Galitnatias oder Galimathias. Die Franzosen, von wel-chen wir dieses Wort geborgt haben, sprechen das 8am Ende nicht aus. Mit der Entstehung dieses sonder-baren Ausdrucks soll es folgende Bewandniß haben. EinFranzösischer Bauer, Namens Mathias, hatte einenRechtshandel über einen Hahn, welcher auf Lat. gal-lig heißt. Der Anwalt, welcher seine Sache, und zwar,der damahligen Gewohnheit gemäß, in Lat. Sprache,vor Gericht führte, ließ dabei oft die Worte: derHahn des Mathias, Gallus Mathiae, hören, wobeier sich denn einigemahl versprach und Galli Mathias,der Mathias des Hahns, sagte. Weil das nun keinenvernünftigen Sinn gab, so nahm man daher Gelegen-heit , die unrichtig gesetzten Worte Galli Mathias zuBenennung eines sinnlosen Vortragcs zu machen. S.Roths gemeinnütziges Lexicon. AufDcutsch kann manentweder Unsinn oder Wortgewirre dafür sagen.

Galionen. Schiffe, welche die Spanische sogenannte Sil-bcrflotte ausmachen. Man könnte also wol Silber-schiffe dafür sagen, weil sie vornehmlich dazu bestimmtsind, das Silber aus Amerika nach Spanjen zu bringen.

Gallieanisch, Französisch; das fremde Wort kommt

nur in dem Ausdrucke: die gallicanische (Französi-sche) Kirche vor.

Gallicismus oder Gallicism, eine Französische Sprach-eigenheit, oder eine Eigenheit der Französischen Spra-che, insofern dieselbe einer andern Sprache fehlerhaf-ter Weise eingemischt wird. Je nachdem diese andereSprache ist, kann man Französisch-Deutsch, Franzö-sisch-Englisch, Französisch-Lateinisch, vielleicht auchüberhaupt, Französelei, dafür sagen. Daß dieses Wortauch für Gallicomanie paßt, scheint kein erheblicherEinwand dagen zu sein. In beiden Fällen wird eineunzeitigc und ungeziemende Nachahmung oder Nachäf-fung des Französischen (entweder in der Sprache oderin den Sitten) gemeint.

Gallicomanie. So, und nidpt Gallomanie, wie eini-ge sprechen, muß dieses Lateinisch-Grichisch-FranzösischeWort lauten. Wenn Herder in dem Werke über dieHumanität (Mcnschcnthümlichkeit) sagt: man müssees durch Franzosensucht übersetzen; so besorge ich, daßdabei gar leicht ein arges Mißverständnis entstehen könn-te. Man weiß, was für eine häßliche Krankheit denNamen jenes Volks erhalten hat. Ich muß daher glau-ben , daß die von mir vorgeschlagene Verdeutschung,die Französelei, den Vorzug verdiene. S. Französiren.

Gallien, Frankreich.

Gallier, ehemahls, ein Franzose, jetzt ein Franke oderNcufranke. S. Franzose.

Gallone; ein in Großbrittanien, ehemahls auch in Frank-reich gebräuchliches Maß , sowol für flüssige, als auchfür einige trockene Sachen. Die Specercihändler nen-nen auch die bemahlten Büchsen, worin sie ihre Waa-ren aufstellen, Gallons.

Galloschen, Ueberschuhc. Andere haben Uebcrzichschuhcdafür angesetzt; allein wozu diese unnöthigc Verlänge-rung, da wir schon Ueberrock, nicht Ueberzichrock, zusagen gewohnt sind?

Galone, Franz. Galon, (spr. Galong), eine Gold-oderSilberborte.

Galoniren, verbrämen, besetzen. Ein verbrämtes oderbesetztes Kleid.

Galopiren, wird theils von dem Pferde, theils von demReiter gesagt; das Pferd galopirt, und der Reiter ga-lopirt. Im ersten Falle kann man: er laust den Schnell-lauf, im andern: er jagt, sagen. Erjagt kurz, denkurzen Galopp, gestreckt, den langen. -

Galopp. A d. bemerkt zwar ganz richtig, daß dieses Wort,ungeachtet wir es zunächst aus dem Franzöf. (Galop)oder Jtal. (Galoppo) entlehnt haben, doch Ursprung,lich Deutsch sei; allein ohne uns die Dcutsckcn Bestand,theile desselben zu entwickeln, begnügt er sich, anzumer-ken, daß Ulphilas klaupan für laufen (Engl. toleap, N. D. lopcn) gesagt habe. Dis N. D. lopen er-klärt zwar die zweite Silbe unsers Worts; aber wieentstand nun die erste ga? Frisch trägt hierüber sys,

gende.