Fris
Fron
Friv
fchneppcr, Lumpensammler, Abtrittsreiniger u. s. w.
-—• durch lange und bedeutende Wörter bezeichnen. Undendlich 4. daß bei dem ausländischen Worte Friseur nurderjenige, der kein Französisch versteht, und dem die Ab-dämmung des Worts unbekannt ist, nichts deutlich den-ken kann, 'dahingegen alle, welche jener Sprache über-haupt und der Hcrleituiig dieses Wortes insbesonderekundig sind, recht wohl wissen, daß es zunächst vonFriser, kräuseln, so wie dieses von dem DeutschenStammworte Fries, kraus, herkommt, also einen Kraus-ler bedeutet. Ucbrigcns ist Krausler schon von vielenSchriftstellern gebraucht worden; „Der Kräaslcr bliebaus." Marcus Herz. Will man von dem Friseurals von einem edleren Wesen reden, so nenne man ihn,wie Wi e land-Haarkünstler.
Frisiren, kräuseln, z. B. gekräuseltes Haar.
Frissonnement (spr. Frissonn'mang), der Schauer undder Schauder. S. Frissouuireu.
Frissonniren, schauern und schaudern. Diese beidenWörter werden von Schriftstellern, welche sich der Ge-nauigkeit im Ausdrucke befleißigen, kcineswegcs gleich-gültig gebraucht, ungeachtet es auf der andern Seitein einigen unserer Werke freilich nicht an Beispielen desGegentheils fehlt. Der Unterschied zwischen beiden be-steht darin, daß 1 . schaudern stärkere und anhaltende-re Schwingungen in der Oberfläche des Körpers, schau-ern hingegen nur leichte und schnell vorübergehende aus-druckt; daß daher jenes auf heftigere Empfindungen alsdieses deutet; und daß demzufolge dieses, aber nichtjenes, auch von angenehmen Empfindungen der Bewun-derung, der Ehrfurcht, ja selbst der Freude, wenn siegroß und rührend ist, gebraucht werden kann:
Sokrales — zwar du kennst ihn nicht; aber ich
schaure von Freuden
Wenn ich ihn nenne.
K l 0 p st 0 ck.
Die tiefe Sprachkenntuiß des Dichters und sein feinesSprachgefühl erlaubten ihm nicht, hier schaudern zu ge-brauchen. S. Eberhards Synonymik.
Frisur, 1. die Krause oder Haarkrause, der Haarbau;Haarschmuck, und der Haarschmncker, welche Kin-der ling vorschlagt, würden für die höhere Schrcib-artpaffen, 2. der Besatz eines Frauenkleides.
Frivol; bald kleinlich, z. B. ein solcher Geschmack, baldkleinsinnig oder kleingeistig, z. B. eine solche Denk-art.Oft läßt es sich auch durch leichtsinnig oder närrischgeben. Unter Frivola exceptio versteht man in derKanzleisprache eine nichtige Ausflucht.
Frivolität; ein Gemisch von Leichtsinn, Flatterhaftigkeitund Neigungen zu unsittlichen Vergnügungen. UnsereSprache hat sich bisjetzt geweigert, ein Wort hervorzu-bringen, welches jenem Französischen völlig antwortete,. weil der Fehler, den es bezeichnet, der echten Deut-schen Gemüths - und Sinnesart fremd ist. K an t hat
Frug 2z
es daher auch durch Französische Laune übersetzt; einAusdruck, in welchem mir das Wort Laune noch nichtganz recht ist. Ich sollte glauben, daß FranzösischerLeichtsinn oder Kleinsinn bezeichnender sein würde, selbstdann, wenn Ka n t s Erklärung (die mir doch zu engezu sein scheint) richtig befunden werden sollte: „Wennman das Große verringert, und das Kleine vergrößert;eine Art von Dreistigkeit, etwas in ganz anderem Lich-te darzustellen." Zuweilen können wir mit unserm Leicht-sinn, oder Kleinsinn ganz wol danir ausreichen. Inandern Fällen scheint Kleiitlichkeit dafür zu passen, wiewenn Herder sagt: „Ihre anmuthigen Frivolitätenund Wortspiele;" ihreanmuthigcn Kleinlichkeiten. E b c rtsagt (in den Beitragen zur weitcrn Ausbildung derDeutschen Sprache): „Frivolität oder Ki-'nngkeus-geist fand ich in einer Predigt des Pros. Berg inWürzburg." Allein bei Klcinigkeitsgeist würde man woleher an Micrologie denken.
Fronte, 1. in der Kricgessprache. Hier kann es baldSpitze, bald durch vor gegeben werden; z. V. der Kö-nig stand oder hielt an der Spitze des Heers (vor derFronte desselben); er ritt vor dem Heere aus und nie-der. Fronte gegen etwas machen, heißt, gegen dassel-be gerichtet sein. Das Heer war gegen den Wa>d ge-richtet. 2. In der Baukunst; wo die Fronte eines Ge-bäudes die Gesichtsseite oder Vorderseite desselben ist.
Froiltispice (spr. Frongtiipieß), I. die Giebel-Vorder-ober Antlitzseite eines Gebäudes. Ueber den AusdruckAntlitzseitc sieh. Fa^ade. • 2. Das Titelkupsir. Wiesehr der gemeine Mann sich bemüht, die fremden Wör-ter so lange zu verdrehen, bis sie in ihren Lauten ihmirgend etwas denkbares, sei es auch was es wolle, dar-bieten, kann man unter andern auch an der Umbildungsehen, die er mit Frontispice vorgenommen hak. DieHamburgischen Zimmerleute sagen dafür, wie R i ch e yanmerkt, Fransche Spiest.
Fronton (spr. Frontong), die Stirnwand. Dis Wortkommt schon in Jacobssons technol. Wörterbuche,Artik. Feston, vor. Wir gebrauchen auch Giebel da-für, der Thürgiebel, der Fenstergiebel. Die von demGesimfe eingeschlossene Fläche des Giebels (Je tympandu Fronton) wird das Giebelfeld genannt.
Frottement (spr. Frott'mang), das Reiben.
Frottiren, reiben.
Fructiiication, die Befruchtung, das Befruchten.
Frugal, 1. als menschliche Eigenschaft, genüglich odergenügsam, mäßig,nüchtern; 2. als Beiwort mit Mahl-zeit, Lebensart u. s. w. verbunden: spärlich, einfach,knapp, dürftig, ärmlich. Wir haben auch genüglichdafür:
Der noch in gutem Land in seinem Schatten saß,Und sein genüglich Brot mit süßem Frieden aß.
Logau.
Fru-