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2 (1808) F - Z
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Face

Face

Tact

ist. Allein darauf laßt sich antworten: i. daß Seite inweiterem Sinne auch jede Flache eines mehrseitigenDingeS bedeutet, wie z. V. in Vorderseite, Nebensei-1 e, Rückseite, die untere und obere Seite, die sechsSeiten eines Würfels, etwas auf allen Seiten be-trachten; 2. daß eS, dem Sprachgcbrauche nach, auchüberhaupt für die Gegend oder den Raum genommenwird, wo etwas ist, gedacht oder gesehen wird, z. B.die Morgen - Mittags - Abend - und Mitternachtsseitedes Himmels oder des Gesichtskreises; so daß also auchdie Antlitzseite eines Hauses diejenige wäre, an derdas Antlitz deS HaufeS ist oder sich zeiget. Eben soheißt auch in- der Baukunst die Außenseite cineS Ge-bäudes diejenige, welche von außen gesehen wird. DerBegriff nebenbei wird also mit Seite nicht immer ver-bunden. Ein anderer Einwurfgegen dieses neue Wort,den ich mir selbst machte, war: daß das Wort für dengemeinen Gebrauch wie soll ich sagen? zu edel?oder zu prunkhaft? klinge. Dieser Einwurf schien undscheint mir noch jetzt gegründet zu sein; und ich riclhdaher, im gemeinen Leben sich mit Vorderseite zu be-gnügen. Allein für die Schriftsprache, besonders für diehöhere, schien und scheint mir noch jetzt Antlitzscite un»tadelhaft zu sein; und zwar um so mehr, da nicht jedeVorderseite eines jeden Gebäudes, sondern nur die dergrößer« und prächtigern Gebäude Facade genannt zuwerden pflegt. Stutz warf die Frage auf: ob nichtGesichtsseitc etwas leichter, als Antlitzseite, klingenwürde? Ich antwortete: ja! Aber gerade weil Antlitz-seite nicht so leicht klingt, sondern etwas hochtönende-res hat; und weil Antlitz überhaupt nicht in die ge-meine Sprech-art paßt: so glaubte ich, daß Gefichts-scite, wie Vorderseite, mehr für den gemeinen Gebrauch,und von jedem Hause ohne Unterschied, Antlitzseite hin-gegen mehr für die höhere Schrcib-art und von Pracht-gebäuden gültig sei. H e ynatz hat Stirnseite dafürangesetzt. Dis würde, weil es kürzer ist, vorzuziehensein, wenn nicht Stirn, als der oberste Theil des Ge-sichts, nur auf den höchsten Theil der Vorderseite zudeuten schiene. S. Fronton.

Andere, z. B. Hi lm cr (in den Bemerkungen undVorschlagen zur Berichtigung der Deutschen Spra-che), haben den Ausdruck Antlitzseite annehmenswür-dig gefunden. Auch hat es Catel indem Wörterbuchcder Academie zu gebrauchen kein Bedenken getragen.

Facen (spr. Faßen), im Festungsbau, die äußerste Linieeines Bollwerks, Ravclins u. s. w. Ich hatte Gefichts-seiten dafür angesetzt. In der Folge fand ich, daß W 0 l f,dem unsere wissenschaftliche Sprache so viel verdankt,Gesichtslinien dafür gesagt hat. Die Franz. R.a Facemachen, faire face, können wir 1. durch die Stirnbieten, und 2. durch gerichtet sein verdeutschen. Er botseinen Feinden die Stirn. Die Antlitzscite dieses Pracht-gebäudes ist gegen den See gcrlchtet.

Facette (spr. Faßett'), geschlissene Rauten-oder Seiten-flächen, jene auf Edelsteinen, diese an Spiegeln. Imletzten Falle könnte man auch geschliffene Kante oderLeiste dafür sagen.

Facettirt (spr.faßettirt), mit geschliffenen Rauten, Kan-ten oder Leisten, z. B. ein solcher Demant, ein solcheeSpiegel.

Facil, Franz, facile (spr. faßiel), leicht, willig oder be-reitwillig.

Facilität, die Leichtigkeit. So wie man von schwer dasSachmort die Schwere abgeleitet hat, so ließe sich auchvon leicht die Leichte bilden, welches dem unnöthigerWeise ausgereckten Leichtigkeit vorzuziehen sein würde.

Facilitiren, erleichtern.

Facit, heißt bekanntlich, es macht; und so können wirauch in allen Fällen, wo es als Zeitwort gebraucht wird,ohne Bedenken dafür sagen: drei und zwei macht odermachen fünfe. Aber es wird auch oft als Sachwortgebraucht, das Facit; und da bedeutet es denn ent-weder die durch Zusammenrechnen oder durch die Ver-hältnißrechnung gefundene Zahl, wo wir es im erstenFalle durch Summe (dis Wort rechne ich zu den ein-gebürgerten) , im andern durch die vierte Verhaltniß-zahl oder durch das Gefundene, den Betrag, gebenkönnen. Kinderling hat Findezahl dafür angesetzt,welches aber eine Zahl, welche findet oder durch welcheman findet, nicht eine gefundene bezeichnet. Bei derRegel des Dreisatzes (de tri) sind die drei gegebenenZahlen Findezahlen; die vierte Verhaltnißzahl hingegen,welche dadurch gefunden wird, die gefundene.

Fa§on (spr. Faßong). Wir können dieses Franz. Wort,jenachdem der Zusammenhang ist, bald durch Art undWeise, bald durch Form oder Gestalt, bald durch Er-findung, bald durch Umstände oder geradezu, balddurch feine Sitten, und wenn mit Geringschätzung ge-sprochen werden soll, durch Machwerk oder Mache ver-deutschen.Die Handlung an sich war wol gut; aberdie Art und Weise taugte nichts. Ein Tisch, ein Schranku. s. w. von neuer Form oder Gestalt. Knöpfe, Schnal-len u. s. w. von neuer Erfindung. Er macht nicht vielUmstände; er ist geradezu; er hat keine feine Sitten,keinen Anstand. Ein Stück von eigener Mache, seineigenes Machwerk. Eine Facon de parier ist eineArt zu reden. Kind e rli ng hat die ZusammensetzungKunstgestalt dafür gebildet, welches in einigen Fällen,nämlich wo von vorzüglich künstlichen Fa^ons die Redeist, auch wol brauchbar ist.

Fac^onniren (spr. faßvnniren), gestalten, bilden, formen.Faconnirte Waaren, sind geformte, d. i. solche, de-ren Unterscheidendes in der ihnen gegebenen Form oderGestalt, die sich verändern läßt, besteht. Sie werden denWaaren mit Oesseirw (mit Mustern) entgegengesetzt.

Facta, Thatsachen. Dieses Deutsche Wort brachte, wennich nicht irre, Spald ing aus; und ist jetzt allgemein

Lang-